KI immer wichtiger: Ist IMS-Ausbildung auf aktuellem Stand?
Angesichts des radikalen technologischen Wandels mit Künstlicher Intelligenz (KI) stellt sich die Frage, ob die Ausbildung an der Informatikmittelschule (IMS) im Kanton Zürich auf dem aktuellen Stand ist.
Diese Frage stellt sich auch deshalb, weil die Zahl der Schüler an der IMS in den letzten Jahren drastisch abgenommen hat, von 198 Schülern im Jahr 2019 auf 141 Schüler im Jahr 2025. Auch die Zahl der Anmeldungen zur IMS-Prüfung nahm extrem ab, von 198 im IMS-Prüfungsjahr 2024/2025 auf 145 im Prüfungsjahr 2025/2026.
Im folgenden Artikel gehen wir insbesondere den Fragen nach, inwiefern Künstliche Intelligenz während der IMS-Ausbildung unterrichtet wird und warum es immer weniger Schüler an der IMS und bei der IMS-Prüfung gibt.
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Das Wichtigste in Kürze:
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Inhaltsverzeichnis
- KI wird tägliches Arbeitsinstrument
- KI im Lehrplan der IMS?
- KI im Unterricht und von Schülern eingesetzt
- Immer weniger Schüler an der IMS
- Fazit: KI ersetzt Programmieren und demotiviert
KI wird tägliches Arbeitsinstrument
Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) schreitet immer weiter voran. In der Arbeitswelt ist KI in vielen Berufen zum täglichen Arbeitsinstrument avanciert. Aber wie sieht es mit der Integration der KI in den Unterricht an der Informatikmittelschule Zürich (IMS) aus?
Zunächst einmal muss man wissen, dass eine IMS rechtlich gesehen zur schulisch organisierten beruflichen Grundbildung gehört. Bewilligt wird die IMS durch den Kanton, und zwar nach Rücksprache mit der nationalen Organisation der Arbeitswelt, der die Rolle der Trägerschaft zukommt. Im Falle der IMS ist hier der Berufsverband ICT-Berufsbildung Schweiz zuständig. Unter anderem gilt für die IMS-Ausbildung der von ICT-Berufsbildung erstellte Bildungsplan für EFZ-Informatiker, der seine Grundlage in der entsprechenden Bildungsverordnung des Bundes hat.
Dem Berufsverband ICT-Berufsbildung ist die Bedeutung der KI in der heutigen Arbeitswelt durchaus bewusst, wenn er in einem Positionspapier aus Mai 2026 schreibt, dass KI weit über das ICT-Berufsfeld hinaus zur Grundkompetenz wird.
In seinem Positionspapier wird der ICT-Berufsbildung noch deutlicher, wenn es heisst:
«Damit die Schweiz das Potenzial von KI ausschöpfen und sich als globaler KI-Hub positionieren kann, benötigt sie qualifizierte Fachkräfte. Da die Berufsbildung über 80 Prozent der ICT-Fachkräfte hervorbringt, ist die systematische Integration von KI in die berufliche Bildung unerlässlich. Sinnvoll eingesetzt kann KI Effizienzsteigerungen ermöglichen und gewisse Aufgaben übernehmen.»
ICT-Berufsbildung schätzt, dass der ICT-Fachkräftebedarf voraussichtlich nicht abnehme und die KI die ICT-Berufe in naher Zukunft nicht ersetzen könne. Vielmehr verlange die KI nach Fachkräften, die in der Lage seien, KI ethisch und nutzbringend zu gestalten und in Arbeitsprozesse zu integrieren. KI verändere nach der Einschätzung von ICT-Berufsbildung die Tätigkeiten in den ICT-Berufen und verschiebe Handlungskompetenzen.
KI im Lehrplan der IMS?
Schaut man in den Lehrplan der IMS im Kanton Zürich vom August 2023 (Stand 19. August 2024), findet man dort kein Wort zu Künstlicher Intelligenz, was nicht verwundert. Denn im Lehrplan der IMS wird als Grundlage für den beruflichen Pflichtunterricht zur Erlangung des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses (EFZ) Informatiker auf den Bildungsplan verwiesen, der zur Verordnung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) über die berufliche Grundbildung für Informatikerin, Informatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) Fachrichtung Applikationsentwicklung vom 1. November 2013 (Stand am 1. Juni 2014), Berufsnummer 88601 gehört.
Weder in der Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Informatikerin/Informatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) vom 1. November 2013 noch in der Nachfolgeverordnung vom 19. November 2020 (Stand am 1. Januar 2026) steht auch nur ein Wort zur Künstlichen Intelligenz (KI).
Beim Rahmenlehrplan zur Berufsmaturität - das zweite Ausbildungsziel an der IMS - sieht es etwas anders aus, aber dazu später.
Im August 2026 wurde der neue «Lehrplan der Informatikmittelschule IMS mit eidgenössischer Berufsmaturität und eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (SOG) IMS» finalisiert. In diesem neuen IMS-Lehrplan soll laut Mittelschul- und Berufsbildungsamt stehen, dass in den Berufsmaturitätsfächern Deutsch, Französisch und Englisch sowie im Interdisziplinären Arbeiten in den Fächern aller Unterrichtsbereiche (IDAF) und in der Interdisziplinären Projektarbeit (IDPA) Kompetenzen im Umgang mit KI gelernt werden. Allerdings würde die Umsetzung in der Hoheit der Schulen liegen.
Was den beruflichen Pflichtunterricht zum EFZ-Informatiker anbelangt und die zu erlernenden Kompetenzen in diesem Bereich würde der IMS-Lehrplan weiterhin auf den Bildungsplan zur Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung für Informatiker mit EFZ verweisen. Dort fänden sich die zu absolvierenden Module in der Fachrichtung Applikationsentwicklung. Aber auch die Umsetzung dieser Module würde in der Hoheit der Schulen liegen.
Ausbildungsziel EFZ-Informatiker
Gehen wir zunächst auf die Regelungen zur Unterrichtung von KI in Bezug auf das Ausbildungsziel EFZ-Informatiker näher ein, welches vom Berufsverband ICT-Berufsbildung weiter konkretisiert wird. Im vom ICT-Berufsbildung ausgearbeiteten Bildungsplan vom 19. November 2020 zur Verordnung des SBFI vom 19. November 2020, der die Inhalte der Grundbildung ausführt, findet Künstliche Intelligenz aber auch keine Erwähnung. Allerdings spielte KI im Jahr 2020 noch eine untergeordnete Rolle.
In der 2026 neu gefassten Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Informatikerin/Informatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) hätte man die Erwähnung von KI schon viel eher erwartet. Laut Reto Trachsel, dem Projektverantwortlichen des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF, Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, Abteilung Berufs- und Weiterbildung, Ressort Berufliche Grundbildung sei es aber nicht ungewöhnlich, dass KI auch dort keine Erwähnung findet:
«Die Bildungserlasse der Informatik sind generisch formuliert. Es geht darum zu definieren, welche Tätigkeiten ein Informatiker oder eine Informatikerin in der Wirtschaft ausüben muss. Dabei wird absichtlich nicht auf die eingesetzten Werkzeuge eingegangen, da sich diese [...] sehr rasch entwickeln und neue hinzukommen. KI wird bereits heute in die Ausbildung integriert werden. In den Betrieben ist dies sowieso der Fall. Auch in den Berufsfachschulen im Kanton Zürich wurde sehr intensiv daran gearbeitet und die Module werden dort so umgesetzt, dass die Lernenden den Umgang mit dem Werkzeug KI sehr gut lernen.»
Ob dies auch an der IMS so gehandhabt werde, könne SBFI-Projektverantwortlicher Trachsel jedoch nicht sagen, weil der Kanton die Aufsicht über die IMS hat. Der Bund habe daher keinen Einblick in die IMS.
Ausbildungsziel Berufsmaturität
Das zweite Ausbildungsziel der IMS wird insbesondere durch den nationalen «Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität Bern, 13. Juni 2025» (RLP-BM) geregelt, in dem einiges zur KI steht. Gleich in der Einleitung findet sich folgender Satz:
«Das Thema der künstlichen Intelligenz wird neu im RLP-BM aufgenommen. Anhang 4, Kap. 4 orientiert über den gewählten Ansatz.»
Die Schüler der Berufsmaturität, also auch der IMS, sollen lernen, zeitgemässe IKT-Anwendungen zu nutzen, sollen KI-Anwendungen kennenlernen, einen kritischen Umgang mit KI lernen und die Fähigkeit erlangen, Resultate aus KI-Anwendungen sinnvoll einzubinden. An anderer Stelle heisst es, dass die Schüler einen reflektierten Einsatz von Anwendungen lernen sollen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren.
Des Weiteren finden sich im Rahmenplan zur Berufsmaturität Hinweise zum Umgang mit Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Dort heisst es, dass auf Grund der Uneinigkeit bei Lehrerschaft, Verwaltung und Politik, die Bildungsziele bzw. die fachlichen Kompetenzen bezüglich KI anzupassen, keine Überarbeitung der fachlichen Kompetenzen in Bezug auf KI erfolgt ist.
«Es ist nicht das Ziel, dass die Jugendlichen im Unterricht KI-Anwendungen regelmässig nutzen, ohne dass sie zuerst die im RLP-BM definierten Kompetenzen erworben haben. Erst mit dem Erwerb der definierten fachlichen Kompetenzen kann eine reflexive Fähigkeit in Bezug auf KI entstehen und auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Resultaten von KI-Anwendungen erfolgen.»
Mit anderen Worten: Die Schüler sollen zunächst die fachlichen Kompetenzen erlernen - und zwar ohne den Einsatz von KI -, um danach in der Lage zu sein, KI-Resultate auf ihre fachliche Richtigkeit hin überprüfen zu können.
ICT-Berufsbildung fordert mehr KI-Integration
Dem Berufsverband ICT-Berufsbildung wären die KI-Lernziele aus dem RLP-BM natürlich nicht genug, wenn es um das Ausbildungsziel EFZ-Informatiker geht. Vielmehr sollen die Schüler lernen, KI nutzbringend in die Arbeitsprozesse zu integrieren, um Effizienzsteigerungen zu erreichen:
«Lernende sind gezielt darin zu befähigen, KI als unterstützendes Werkzeug sinnvoll und sicher im Lern- und Arbeitsprozess einzusetzen.»
Dabei solle die Nutzung von KI-Systemen in die betriebliche Bildung, den Unterricht und in Leistungsbeurteilungen integriert werden, und zwar praxisorientiert und unter Einbeziehung aktueller Anwendungsfälle. Informatiker, die KI-Systeme nicht nur anwenden, sondern auch entwickeln, sollen ausserdem im Aufbau und in der Funktionsweise von KI-Lösungen geschult werden.
In den Bildungsdokumenten solle KI als transversale Kompetenz verankert werden, also als bereichs- und kompetenzübergreifende Fähigkeit. Da sich KI dynamisch entwickele, müsse eine ständige Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von KI auf die Berufsbildung stattfinden. Die Lösung sei, KI als Werkzeug in die Ausbildung zu integrieren, und zwar mit dem bereits heute gültigen handlungsorientierten, flexiblen und modularen Modell.
In puncto «Datenschutz, Sicherheit und Compliance» sollen Lernende lernen, welche KI-Tools erlaubt sind und welche verboten, auf welche Weise KI genutzt oder nicht genutzt werden darf, ob und wie die Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten zu erfolgen hat und wie Datenschutz und Sicherheit bei KI-Nutzung gewährleistet werden kann.
KI im Unterricht und von Schülern eingesetzt
Bei der IMS Büelrain (Kanton Zürich) nachgefragt, hat das Lern-Forum vom Abteilungsleiter der IMS Büelrain, Jacques Mock Schindler, erfahren, dass KI-bezogene Inhalte im Rahmen des sich aus den jeweiligen Lehrplänen ergebenden Spielraum im Unterricht besprochen würden, aber aufgrund der regulatorischen Vorgaben kein Schwergewicht seien.
KI hat aber noch eine andere Dimension an der IMS. In Foren kann man lesen, dass 80 Prozent der IMS-Schüler nicht wissen, wie man programmiert und stattdessen KI fürs Programmieren nutzen. Nachgefragt bei Jacques Mock Schindler, Abteilungsleiter der IMS Büelrain, ob das stimmt, sagt dieser zum Lern-Forum, dass nur die Berufsmaturitäts-Fächer promotionsrelevant seien. Die Noten aus den Berufsbildungs-Fächern (EFZ Informatiker) würden für die Promotion zu einer Note zusammengefasst. Selbst wenn diese Berufsbildungs-Note dann ungenügend sei, etwa weil man nicht handwerklich programmieren könne - also nicht ohne KI programmieren könne -, sei eine Promotion bis zu den Abschlussprüfungen der IMS möglich. Bei den IMS-Abschlussprüfungen jedoch müsse man handwerklich programmieren können, also ohne Unterstützung von KI, da man sonst den EFZ-Teil nicht bestehe und dann die IMS nicht abschliessen könne.
Anders sieht es bei der praktischen Abschlussarbeit aus. Hier dürfen die IMS-Schüler KI auch beim Programmieren nutzen, aber sie müssen angeben, ob sie KI verwendet haben und die Prompt-Historie (Chat-Verlauf) abgeben, aus der auch folgt, wie die Schüler KI eingesetzt haben.
Immer weniger Schüler an der IMS
An der Informatikmittelschule (IMS) im Kanton Zürich gibt es von Jahr zu Jahr immer weniger Schüler. Haben im Jahr 2019 noch 198 Schüler die IMS besucht, waren es im Jahr 2025 nur noch 141. Das ist ein Rückgang um sagenhafte 28,8 Prozent, also fast um ein Drittel. Die rückläufigen Schülerzahlen an der IMS verwundern auch deshalb, weil die Schülerzahlen auf der Sekundarstufe II insgesamt im Kanton Zürich angesichts des Bevölkerungswachstums steigen, von 54’243 im Schuljahr 2019/2020 auf 65’210 im Schuljahr 2025/2026.
In der folgenden Tabelle haben wir die IMS-Schülerzahlen von 2019 bis 2025 aufgeführt:
| Schuljahr | IMS-Schülerzahlen |
| 2019/2020 | 198 |
| 2020/2021 | 189 |
| 2021/2022 | 177 |
| 2022/2023 | 169 |
| 2023/2024 | 143 |
| 2024/2025 | 145 |
| 2025/2026 | 141 |
Quelle: Bildungsdirektion Kanton Zürich: Taschenstatistik «Die Schulen im Kanton Zürich»
Ein Teil des Rückgangs der IMS-Schülerzahlen erklärt sich daraus, dass sich zwischen den Jahren 2022 bis 2024 immer weniger Schüler an der IMS-Prüfung präsentiert haben und ausserdem die Bestehensquote immer niedriger wurde.
| IMS-Prüfungsjahr | IMS-Prüflinge | IMS-Prüfung bestanden | Bestehensquote IMS-Prüfung |
| 2022/2023 | 205 | 99 | 48,3 % |
| 2023/2024 | 202 | 90 | 44,6 % |
| 2024/2025 | 198 | 88 | 44,4 % |
| 2025/2026 | 145 | 73 | 50,3 % |
Quelle: Mittelschul- und Berufsbildungsamt (Kanton Zürich): Statistik zur zentralen Aufnahmeprüfung
Im Prüfungsjahr 2025/2026 gab es gar einen Rückgang auf 145 IMS-Prüflinge, allerdings könnten dank höherer Bestehensquote immerhin 73 Schüler an die IMS gewechselt sein. Die Bestehens-Zahlen für das Prüfungsjahr 2025/2026 gehen jedoch noch nicht in die bis zum Schuljahr 2025/2026 erhobenen IMS-Schülerzahlen ein, da die erfolgreichen IMS-Prüflinge aus dem Prüfungsjahr 2025/2026 erst im Schuljahr 2026/2027 mit der IMS beginnen können.
Auffällig ist aber schon, dass die Anzahl der Prüflinge, die sich an der IMS-Prüfung präsentiert haben, im IMS-Prüfungsjahr 2025/2026 dramatisch abgenommen hat.
Erklärungen des Mittelschul- und Berufsbildungsamts
Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt erklärt diesen starken Rückgang der Anmeldezahlen im Prüfungsjahr 2025/2026 gegenüber dem Lern-Forum damit, dass im Jahr 2025 die Zulassungsbedingungen zur Zentralen Aufnahmeprüfung (ZAP) der IMS angepasst worden seien. Demnach hätte für die Anmeldung zur IMS-Aufnahmeprüfung neu der Multicheck «Informatiker/in EFZ Applikationsentwicklung für Informatikmittelschulen (IMS)» eingereicht werden müssen (vorher war es der Multicheck «Informatiker/in EFZ Applikationsentwicklung»). Die Schulleitungen der IMS hätten den Multicheck inhaltlich überarbeitet.
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Ausserdem könne der Multicheck seit dem Prüfungsjahr 2025/2026 nicht mehr wiederholt werden. Diese Anpassungen hätten dazu geführt, dass sich vermehrt diejenigen Schüler zur IMS-Aufnahmeprüfung anmelden würden, die das Potenzial hätten, sowohl die Aufnahmeprüfung als auch die IMS erfolgreich zu bestehen. Dass diese Anpassungen wirksam seien, würde die gestiegene Erfolgsquote an der IMS-Aufnahmeprüfung zeigen, also der Anteil «Bestanden» / «Geprüft».
Diese Aussagen des Mittelschul- und Berufsbildungsamt Kanton Zürich machen allerdings keinen Sinn. Denn zum einen wurde der Multicheck nicht schwerer gemacht und zum anderen dient der Multicheck nicht dazu, diejenigen Schüler auszusieben, die die IMS-Prüfung voraussichtlich nicht schaffen, sondern diejenigen, die die IMS-Prüfung schaffen, aber nicht an die IMS gehören, weil sie sich für den IMS-Schulstoff nicht eignen.
Erklärungen der IMS Büelrain
Die IMS Büelrain hat denn auch eine ganz andere Erklärung für den Rückgang der Anmeldezahlen zur IMS-Prüfung. Zum einen sei die IMS im Kanton Zürich ein Nischenprodukt mit tiefen absoluten Schülerzahlen, weshalb Schwankungen in den Zahlen viel stärker auffallen würden, so Jacques Mock Schindler, Abteilungsleiter der IMS Büelrain, gegenüber dem Lern-Forum. Zum anderen bestünde der begründete Verdacht, dass potenzielle Schüler der IMS befürchten würden, wegen der Entwicklung im Bereich der KI-Unterstützung beim Programmieren keinen Praktikumsplatz zu finden. Allerdings, so Jacques Mock Schindler, hätte sich diese Befürchtung bis heute nicht bewahrheitet, vielmehr hätten bis jetzt alle IMS-Schüler ein IMS-Praktikum gefunden.
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Der Eignungstest IMS-Multicheck sei im Übrigen laut Abteilungsleiter der IMS Büelrain, Jacques Mock Schindler, deswegen nicht mehr wiederholbar, weil die Fragen beim wiederholten Versuch identisch gewesen seien. Das hätte es auch denjenigen Schülern ermöglicht, den Multicheck zu bestehen, die für die IMS ungeeignet gewesen seien. Diese Schüler hätten die IMS dann vor dem Ende der Ausbildung wieder verlassen, weil ihnen die vom Multicheck überprüfte Eignung fehlte. Beim Multicheck-Eignungstest ginge es insbesondere darum, festzustellen, wie gut das Abstraktionsvermögen des jeweiligen Schülers sei. Der Test soll also Personen aussieben, die nicht mit Abstraktionen zu Recht kämen.
Die konkrete Frage, warum der Multicheck nicht mehr wiederholt werden darf, hat das Mittelschul- und Berufsbildungsamt gegenüber dem Lern-Form nur kryptisch durch Copy-Paste einer immer sich wiederholenden Standard-Antwort auf viele verschiedene Fragen des Lern-Forums beantwortet, statt eine nachvollziehbare Erklärung zu liefern:
«Der Multicheck wurde in der Hinsicht überarbeitet, dass sich vermehrt jene Schülerinnen und Schüler zur ZAP anmelden und die IMS besuchen, die das Potenzial haben, sowohl die ZAP als auch die IMS erfolgreich zu absolvieren.»
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Fazit: KI ersetzt Programmieren und demotiviert
Wie KI im Unterricht an der IMS zum Einsatz kommt, hängt am Ende von der jeweiligen Lehrperson ab. Denn KI wird in der IMS-Ausbildung aktuell primär als Werkzeug betrachtet.
Es stellt einen grossen Mangel dar, dass es an der IMS möglich ist, ohne handwerkliche Programmierkenntnisse in die nächste Klasse versetzt zu werden. Zum einen werden Mitschüler im Laufe der Ausbildung demotiviert, wenn sie merken, dass bestimmte Schüler gar nicht ohne KI programmieren können. Zum anderen sind bei den betroffenen Schülern keine gefestigten Programmierkenntnisse zu erwarten, wenn diese IMS-Schüler erst für das Bestehen der IMS-Abschlussprüfungen das handwerkliche Programmieren erlernen müssen.
Eine zusätzliche Demotivierung im Zusammenhang mit der IMS ist die Angst von IMS-Interessierten, wegen des KI-Booms keine Stelle für das einjährige IMS-Praktikum nach dem Ende der schulischen Ausbildung zu finden. Dieses Problem kann die IMS bzw. das Mittelschul- und Berufsbildungsamt vom Kanton Zürich lösen, indem eine Garantie für ein IMS-Praktikum ausgesprochen wird; notfalls müssen fehlende Praktikumsplätze in Kooperation mit kantonalen Verwaltungen bereitgestellt werden. Auch eine Garantie der Bereitstellung einer bestimmten Anzahl von IMS-Praktikumsplätzen durch Arbeitgeber aus der privaten Wirtschaft kann unterstützend helfen.
Insbesondere haben unsere Nachfragen beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt ergeben, dass das Mittelschul- und Berufsbildungsamt die tatsächlichen Probleme im Zusammenhang mit der Anmeldung zur IMS gar nicht kennt und daher auch nicht vor hat, etwas an der gegenwärtigen Unattraktivität der IMS-Ausbildung zu ändern.
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Quellen
- IMS Vorbereitung in Zürich - damit Ihr Kind nicht scheitert, sondern sein Potenzial nutzt (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Künstliche Intelligenz verändert die ICT-Berufsbildung (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Kanton Zürich: Lehrplan der Informatikmittelschule IMS mit eidgenössischer Berufsmaturität und eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (schulisch organisierte Grundbildung SOG), IMS, August 2023 (Stand 19. August 2024) (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Verordnung des SBFI vom 1. November 2013 über die berufliche Grundbildung Informatikerin/Informatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Informatikerin/Informatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) vom 19. November 2020 (Stand am 1. Januar 2026) (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- BILDUNGSPLAN zur Verordnung des SBFI vom 19. November 2020 über die berufliche Grundbildung für INFORMATIKERIN / INFORMATIKER mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) vom 19. November 2020 (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität Bern, 13. Juni 2025 (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Meine (IT) Praktikumreise in der Schweiz (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Taschenstatistik «Die Schulen im Kanton Zürich» (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Statistik zur zentralen Aufnahmeprüfung (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Multicheck Gateway als Vorprüfung zur IMS (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Mehr arbeitslose Akademiker: Trend kein Grund zur Sorge (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- Multicheck Vorbereitung (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
- IMS-Praktikum (zuletzt aufgerufen: 14.9.2026)
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