Wertewandel Boomer vs Gen Z: Workaholics gegen Freizeitfans
Boomer vs Gen Z: Grösser könnten die Unterschiede nicht sein. Während der Boomer-Generation nachgesagt wird, sie sei leistungsbereit und tendiere zum Workaholic nahe am Burnout, um ihr Lebensziel der finanziellen Sicherheit zu verwirklichen, habe die Generation Z vor allem eine sinnhafte Arbeit und Freizeit als Lebensziel.
Aber wie kommt es zu diesem Wertewandel in der Arbeitswelt und wie wirkt sich das auf die Handlungsweisen etwa in Bezug auf die Wahl der Ausbildung und die Karriereschritte aus? Diesen Fragen gehen wir im folgenden Beitrag nach.
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Inhaltsverzeichnis
- Wer gehört zur Baby-Boomer-Generation und Generation Z?
- Wie kam es zum Wertewandel bei der Einstellung zur Arbeit?
- Boomer vs Gen Z: Übersichtstabelle
- Fazit
Wer gehört zur Baby-Boomer-Generation und Generation Z?
Die Einteilung von bestimmten Altersgruppen in Generationen anhand von gemeinsamen Generationserlebnissen in Kindheit und Jugend kommt ursprünglich aus der Soziologie des Karl Mannheims aus den 1920er Jahren. Zuvor ging man davon aus, dass eine Generation 30 Jahre umfasst, bis die nächste Generation kommt.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Generationeneinteilung von Werbefachleuten genutzt, um der jeweiligen Generation ein bestimmtes Konsumverhalten zuzuordnen, und von Personalern, um den Mitgliedern einer Generation eine bestimmte Arbeitseinstellung zu attestieren.
Der Begriff der Baby-Boomergeneration wurde zunächst wertfrei genutzt, denn mit diesem Begriff wurde anfangs nur die Beobachtung beschrieben, dass die Geburtenrate nach dem 2. Weltkrieg stark anstieg. Erst später hat man der Boomer-Generation noch andere Eigenschaften und Werte zugemessen.
Aber wer gehört überhaupt zur Baby-Boomer-Generation und wer zur Generation Z und welche Werte haben diese Generationen? Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig, um die Unterschiede zwischen diesen beiden Generationen zu verstehen.
Was ist die Baby-Boomer-Generation?
Als Baby-Boomer-Generation (auch Boomgeneration genannt) bezeichnet man die Generation nach dem Zweiten Weltkrieg, weil es in dieser Zeit zu steigenden Geburtenraten kam. Konkret gehören in der Schweiz diejenigen Menschen zu dieser Generation, die zwischen 1946 und 1964 geboren wurden. Danach nahmen die Geburtenzahlen stark ab, was mit der Verbreitung der Antibabypille in Verbindung gebracht wird, weshalb man auch vom Pillenknick spricht.
Angesichts der grossen Zahl von Menschen, die gleichzeitig geboren wurden, war ein gewisser Konkurrenzdruck unter den Babyboomern vorhanden. Aufgrund des Wirtschaftswachstums nach dem Krieg waren aber zumindest für die ersten Babyboomer genügend Stellen auf dem Arbeitsmarkt vorhanden. Erst mit dem Ölpreisschocks in den 1970er und 1980er Jahren und einer kleinen Rezession in den 1980er Jahren gab es einen geringfügigen Anstieg der Arbeitslosenquote in der Schweiz auf etwa ein Prozent, was gering ist, verglichen mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit Ende der 1990er Jahre infolge der Immobilienkrise.
Charakteristisch für die Boomergeneration ist, dass sie in der Regel zunächst in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen ist und von Eltern geprägt, die die Mangeljahre im Krieg voller Entbehrungen miterlebt hatten.
Die Boomer strebten von Anfang an danach, sich durch harte Arbeit etwas aufzubauen; idealerweise sollte es für den Kauf eines eigenen Hauses reichen, wenn auch mit Hilfe eines Kredites.
Der Grund, warum die Boomer so leistungsbereit waren und selbst für die eigene finanzielle Sicherheit sorgen wollten, lag nicht nur in den bescheidenen Verhältnissen direkt nach dem Krieg. Auch die Netze der sozialen Sicherung wie insbesondere obligatorische Kranken- und Arbeitslosenversicherung wurden erst nach und nach in der Schweiz eingeführt. Eine Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes hätten daher den finanziellen Ruin eines Boomers bedeuten können. Die Boomergeneration war also nach finanzieller Sicherheit bestrebt, um einen Notbatzen für schwere Zeiten zu haben; es ging ums Überleben.
Damit sie durch Arbeit genügend Geld verdienten, haben die Boomer die Berufstätigkeit in den Mittelpunkt gestellt und auf Privates verzichtet - insbesondere die Freizeit hinten angestellt. Der Boomer-Generation wird auch nachgesagt, dass sie einen Hang zur Dauerüberlastung mit Nicht-Neinsagen-Können-Mentalität hat, also zum Workaholic tendiert. Mit dieser Arbeitseinstellung hätten die Boomer den Burnout mitgeschaffen.
Mit ihrer hohen Leistungsbereitschaft waren die Boomer auch stets bereit, Verantwortung zu übernehmen, etwa in Führungspositionen, was in der Regel mit dem Verlust von geregelten Arbeitszeiten einherging.
Was ist die Generation Z (Gen Z)?
Als Generation Z (Gen Z) wird diejenige Generation bezeichnet, die auf die Generation Y folgt, welche wiederum auf die Generation X folgt. Konkret werden zur Generation Z Menschen gezählt, die zwischen 1995 und 2012 geboren wurden.
Die Gen Z wird als Generation charakterisiert, die im Wohlstand aufgewachsen ist und den Wunsch nach sinnhafter Arbeit hat. Auch die Generation Z strebt nach gutem Einkommen, aber sie erhebt Anspruch auf ein hohes Gehalt, bevor sie ihre Leistung unter Beweis gestellt hat. Die Gen Z will nicht in einer Leistungsgesellschaft leben, sondern in einer Sinngesellschaft bei gleichbleibendem Wohlstandsniveau. Ihr Lebensziel ist dabei nicht finanzielle Sicherheit, sondern so viel Freizeit wie möglich. Von daher lehnt sie auch flexible Arbeitszeiten sowie Homeoffice ab, um eine klare Trennung zwischen Arbeit und freier Zeit zu haben und aus Angst, vom Arbeitgeber ausgebeutet zu werden.
Die Gen Z ist anders als die Boomer in der Regel auch nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen, etwa als Führungskraft, da dies ungeregelte Arbeitszeiten bedeuten würde und damit die Work-Life-Balance beeinträchtigt wäre. Bei einer Umfrage des Wirtschaftsprüfers Deloitte haben nur 6 Prozent der befragten Gen-Z-ler angegeben, dass sie eine Führungsposition anstreben würden.
Wie kam es zum Wertewandel bei der Einstellung zur Arbeit?
Warum es zu diesem Wertewandel über die Generationen von den Boomern bis zur Generation Z kam, dafür gibt es verschiedene Faktoren.
Mythos vom Eigenheim-Wunsch als Alleinstellungsmerkmal der Boomer
Als Symbol für den Wertewandel zwischen den Generationen wird häufig der Kauf eines Eigenheims als oberstes Ziel der Boomer verwendet, während die Gen Z am Hauskauf angeblich kein Interesse hätte, und deswegen auch kein Interesse, sich leistungsmässig auf der Arbeit mehr einzubringen, um genügend Geld zur Finanzierung des Eigenheims zu verdienen.
Die Symbolik des Wertewandels anhand der angeblich geänderten Einstellung zum Eigenheim im Laufe der Zeit kann aber aus drei Gründen nicht überzeugen:
- Umfragen zeigen, dass sich auch viele Gen-Z-ler ein eigenes Haus wünschen;im Februar 2025 ganze 46 Prozent, im Vorjahr waren es sogar noch 58 Prozent. Kürzlich fand hier eine Verschiebung hin zum Wunsch nach einer Eigentumswohnung anstelle eines eigenen Hauses statt; denn eine eigene Wohnung wünschten sich in 2024 etwa 20 Prozent der Gen Z, in 2025 aber schon 34 Prozent.
- Gleichzeitig sind die Immobilienpreise in den letzten Jahrzehnten extrem gestiegen, weshalb es faktisch sehr schwierig geworden ist, sich eine eigene Immobilie zu leisten. Es ist also weniger eine Frage des Wollens eines Eigenheims als vielmehr eine Frage des Könnens. Von 1970 bis 2025 haben sich die Immobilienpreise in der Schweiz inflationsbereinigt verdoppelt; lag der Preis-Index-Wert im Jahr 1970 bei circa 75, ist dieser Wert im Jahr 2025 auf circa 160 gestiegen.
- Neben den hohen Immobilienpreisen ist eine weitere Hürde beim Hauskauf das Ansparen von Eigenkapital, was für die Gen Z fast unerreichbar ist, weil am Ende vom Monat insbesondere wegen der mittlerweile extrem hohen Wohnungsmieten kaum noch etwas übrig bleibt.
In den Jahren 1966 bis 1977, also der Zeit, als viele Baby-Boomer erstmals eine eigene Wohnung mieteten, lag bei der Mehrheit der Arbeitnehmer der Anteil der Miete am Haushaltseinkommen bei 15 Prozent und weniger.
Unter solchen Bedingungen blieb am Ende vom Monat genügend Lohn übrig, um zu sparen und somit Vermögen aufzubauen.
Heute beträgt der Anteil der Bruttomiete am verfügbaren Haushaltseinkommen im Schweizer Durchschnitt 27,8 %. Die einkommensschwächsten 20 Prozent geben sogar bis zu 51 % des verfügbaren Einkommens für die Bruttomiete aus, wie Berechnungen der Hochschule Luzern ergeben.
Wer mehr als ein Drittel von seinem Einkommen für die Miete ausgeben muss, hat es schwer, noch etwas zu sparen, wenn das Einkommen im unteren und mittleren Bereich liegt. Nicht verwunderlich also, dass die Generation Z angesichts der hohen Mietbelastung nicht in der Lage ist, durch Sparen ein Vermögen aufzubauen.
Lesen Sie auch unseren Artikel «Hohes Einkommen ohne Uni-Studium dank dualem Bildungssystem».
Bessere soziale Sicherungsnetze heutzutage
Dass sich die Gen Z nicht mehr primär um die finanzielle Sicherheit sorgt, beruht eher auf anderen Faktoren als der vermeintlichen Unerreichbarkeit von Wohneigentum. Die Generation Z ist in Zeiten des Wohlstandes aufgewachsen und erachtet diesen ein Stück weit als selbstverständlich, quasi als automatische Garantie, die auch für die Gen Z gelten werde.
Des Weiteren gibt es heutzutage ein besseres soziales Sicherheitsnetz als zu Zeiten, in denen die Boomer-Generation in den Arbeitsmarkt eingetreten ist. Die Boomer hatten anfangs weder eine obligatorische Arbeitslosenversicherung noch eine obligatorische Krankenversicherung und mussten immer für den Notfall vorbereitet sein, eben durch das Ansparen eines Notbatzens, um ihr Überleben zu sichern.
Dennoch haben auch die sozialen Sicherungssysteme von heute einen Preis: die hohen Krankenkassenprämien schmälern das monatlich zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen. Und die Inanspruchnahme etwa von Arbeitslosengeld oder Ergänzungsleistungen wie Prämienverbilligungen nimmt einem die Würde.
Krankenversicherung erst seit 1996 obligatorisch
In der Schweiz ist die Krankenversicherung erst seit 1996 in allen Kantonen und für alle Personen obligatorisch. Zuvor konnten die Krankenversicherungen Menschen etwa mit Vorerkrankungen ablehnen, weil sie ein sogenanntes «schlechtes Risiko» darstellten.
Aber mit dem Krankenkassen-Obligatorium hat sich noch mehr geändert, etwa die Vergütung von Spitalaufenthalten. Vor 1996 konnten die Krankenkassen die Leistungsdauer für Spitalaufenthalte begrenzen, was die meisten Versicherungen auch taten, und zwar auf zwei Jahre.
Vor der obligatorischen Krankenversicherung lebten viele Menschen also mit einem hohen finanziellen Risiko, weil eine Krankheit im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin bedeutet hätte.
Und übrigens: Wer in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, kann Anspruch auf Prämienverbilligungen für seine Krankenkassen-Beiträge haben. Diese Möglichkeit existiert seit der Einführung der obligatorischen Krankenversicherung.
Arbeitslosenversicherung
Die obligatorische Arbeitslosenversicherung (ALV) gibt es in der Schweiz erst seit dem Jahr 1977. Zuvor gab es zwar auch schon Arbeitslosenversicherungen, etwa über die Gewerkschaften, aber nicht alle Arbeitnehmer waren darüber gegen Arbeitslosigkeit versichert.
Unter den ersten Baby-Boomern waren also viele, die ohne Absicherung durch eine Arbeitslosenversicherung auf dem Arbeitsmarkt begonnen haben zu arbeiten. Entsprechend gross war ihr Bedürfnis, sich einen Notbatzen anzusparen, für den Fall, dass man seine Arbeit verliert.
Mutterschaftsversicherung
Eine kurzzeitige finanzielle Hilfe ist auch die 2005 eingeführte Mutterschaftsversicherung in der Schweiz, durch die erwerbstätige Mütter nach der Geburt Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub haben. Nicht wenige Mütter verlängern den Urlaub, der dann entweder unbezahlt ist oder teilweise vom Arbeitgeber finanziert wird.
Zwischenfazit «Soziale Sicherungssysteme»
Bevor man von der Krankenversicherung Geld bekommt, muss man aber die Kosten etwa im Falle einer Krankenhausbehandlung zunächst bis zur Höhe der Franchise und des Selbstbehaltes selbst bezahlen; die Arbeitslosenversicherung zahlt nur 70 bis 80 Prozent des Lohnes und auch nur für eine begrenzte Zeit und der bezahlte Mutterschaftsurlaub ist mit 14 Wochen sehr kurz.
Die Gen Z muss im Falle eines Notfalles also nicht mehr ums Überleben kämpfen, finanzielle Unabhängigkeit gewährleisten die Sozialversicherungen aber nicht. Im schlimmsten Fall landet man sogar dauerhaft in der Sozialhilfe oder der Invalidenversicherung, wenn der Versicherungsschutz von der Arbeitslosenversicherung oder der Krankentaggeld-Versicherung des Arbeitgebers abgelaufen ist.
Steuerfreie Freizeit statt steuerfreie Schwarzarbeit
Neben dem Streben nach Lebenssinn gibt es noch eine weitere Erklärung, warum die Gen Z so viel Wert auf Freizeit legt und wegen den mit einer Führungsposition verbundenen ungeregelten Arbeitszeiten keine Verantwortung übernehmen will.
Die Boomer haben sich ihren vermeintlichen Reichtum nicht allein aufgrund ihres Haupteinkommens erarbeitet, sondern dieses durch zusätzliche Beschäftigungen noch aufgebessert, oft in Schwarzarbeit, also steuerfrei. Schwarzarbeit war früher viel weiter verbreitet als heute und von den Behörden oft toleriert. Heutzutage hingegen wird Schwarzarbeit viel mehr kontrolliert und geahndet als damals. Für die Gen Z ist als Äquivalent für Schwarzarbeit die Freizeit getreten, der sie als steuerbefreite Zeit einen besonders hohen Wert beimessen, nur verdienen sie eben kein Geld in ihrer Freizeit. Mit einem Anteil von 28 Prozent arbeiten viele Gen Z-ler in Teilzeit, die dann noch mehr Freizeit haben, obwohl die Generation Z ohnehin schon finanzielle Schwierigkeiten hat.
Auch insgesamt, also alle beschäftigten Generationen betrachtend, hat sich die Arbeitszeit in der Schweiz drastisch verringert. Während ein Erwerbstätiger im Jahr 1950 im Durchschnitt knapp 2400 Stunden pro Jahr arbeitete, waren es 2015 nur noch 1500 Stunden. Oder anders ausgedrückt: 1950 lag die Wochenarbeitszeit einer Vollzeitkraft bei 50 Stunden und heute liegt sie bei 42 Stunden. In der Folge sank natürlich auch das Einkommen aus Zuschlägen, die oft pro Arbeitsstunde berechnet werden.
Gen Z nicht mehr so belastbar wie Boomer
Die Generation Z sehnt sich aber nicht nur nach Freizeit. Die Gen Z ist auch schlicht nicht mehr so belastbar wie es noch bei den Generationen zuvor der Fall war, insbesondere bei den Boomern.
Von der Boomer-Generation wurde seitens der Arbeitgeber nicht selten erwartet, dass man auch mit einer Krankheit wie einer Grippe zur Arbeit kommt. Natürlich war das nicht ratsam und es ist auch gut, dass diese Zeiten vorbei sind, schon weil es sich bei einer Grippe um eine ansteckende Krankheit handelt, die insbesondere bestimmte Risikogruppen auf der Arbeit gefährden kann.
Auch psychische Krankheiten wurden früher oft als Luxuskrankheiten oder Simulantentum abgetan. Heute weiss man besser, wie wichtig es ist, auch psychische Erkrankungen zu behandeln, und bei Arbeitsunfähigkeit zu Hause zu bleiben.
Von den Boomern wurde also erwartet, die Zähne zusammenzubeissen, was erklärt, warum die Gen Z nicht mehr so belastbar ist. Die Generation Z bevorzugt denn auch das Studium, in der Hoffnung, dass der spätere Job nicht so kräftezehrend wird wie etwa ein EFZ- oder EBA-Beruf zum Beispiel als Techniker oder Handwerker.
Die Zahl der Lernenden im Verhältnis zur Wohnbevölkerung nimmt seit 2020 kontinuierlich ab. Mehr als die Hälfte der jungen Menschen zwischen 25 und 34 Jahren haben mittlerweile einen tertiären Bildungsabschluss, wozu auch das Universitätsstudium gehört.
Während es früher hiess, man sei selber schuld, wenn man arm ist, wird heute unter anderem das Bildungssystem verantwortlich gemacht, wenn man es nicht zum Akademiker gebracht hat (Stichwort: Chancengleichheit Bildung) und deshalb ein niedriges Einkommen hat. Diese Schlussfolgerung ist gleich doppelt falsch, da es zum einen stark von der Eigeninitiative des jeweiligen Schülers abhängt, ob dieser es aufs Gymnasium schafft, dann die Matura und schliesslich einen Universitätsabschluss erhält. Zum anderen kann man auch ohne Studium ein hohes Einkommen in der Schweiz erzielen.
Boomer vs Gen Z: Übersichtstabelle
In der folgenden Übersichtstabelle haben wir Boomer vs Gen Z gegenübergestellt, um die wichtigsten Unterschiede zusammenfassend aufzuzeigen:
| Boomer-Generation | Generation Z (Gen Z) | |
| Werte in Bezug auf Arbeit | - hohe Leistungsbereitschaft («Workaholic») - bereit Verantwortung zu übernehmen - gutes Gehalt nach Leistung - Verzicht für Vermögensaufbau - finanzielle Sicherheit als Lebensziel | - Wunsch nach sinnhafter Arbeit - nicht bereit Verantwortung zu übernehmen - gutes Gehalt vor Leistung - kein Vermögensaufbau möglich - Freizeit als Lebensziel |
| Miete | circa 15 % vom Einkommen | 30 bis 50 % vom Einkommen |
| Immobilienpreise | Preis-Index-Wert im Jahr 1970: circa 75 | Preis-Index-Wert im Jahr 2025: circa 160 |
| Hauskauf | mit 30 Jahren möglich | mit 30 Jahren noch nicht einmal angefangen, fürs Haus zu sparen |
| Ziel von finanzieller Sicherheit | Überleben | Unabhängigkeit von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld und Ergänzungsleistungen (etwa Prämienverbilligungen) |
| Erreichbarkeit finanzieller Sicherheit | durch arbeiten, sparen, Vermögen aufbauen | durch arbeiten schwierig, sparen unmöglich, also auch kein Vermögensaufbau |
| Sicherheitsnetz | nein | ja, aber teilweise zeitlich und der Höhe nach beschränkt; ausserdem oftmals entwürdigend, von Sozialversicherungen abhängig zu sein |
| Psychische Belastung | nein | Existenzangst, Zukunftsangst, Angst vor Altersarmut (sparen nicht möglich, also kein Notbatzen vorhanden) |
Fazit
Die Werte zwischen den Generationen der Boomer und der Gen Z haben sich verschoben. Ging es früher bei der finanziellen Sicherheit ums Überleben, geht es heute darum, unabhängig zu sein, etwa von der Arbeitslosenversicherung, von Ergänzungsleistungen wie Prämienverbilligungen und von Sozialhilfe.
Allerdings fällt es der Gen Z schwer, genügend Geld für die finanzielle Sicherheit zu verdienen. Angesichts hoher Mieten und Immobilienpreise ist Sparen und Vermögensaufbau nahezu unmöglich. Vor allem aber ist der Druck bei der Gen Z, die im Zusammenhang mit finanzieller Sicherheit «nur» nach finanzieller Unabhängigkeit strebt, nicht annähernd so hoch, wie der Druck, den die Boomer-Generation verspürt hatte, als sie ums finanzielle Überleben kämpfte bzw. finanziell vorsorgte, um im Notfall nicht im Ruin zu enden.
Der geringere Druck in puncto finanzielle Sicherheit hat auch das oberste Lebensziel unter den Generationen verschoben. War das oberste Lebensziel der Boomer das finanzielle Überleben, ist es bei der Gen Z die Erlangung von Lebenssinn, sowohl durch sinnhafte Arbeit als auch durch möglichst viel Freizeit. In der Folge strebt die Generation Z nicht nach verantwortungsvollen Führungspositionen, in denen sie mehr Geld verdienen könnte. Denn Führungsjobs bedeuten ungeregelte Arbeitszeiten und damit weniger Freizeit.
Auch die Belastbarkeit der neuen Generation Z hat abgenommen im Vergleich zur Boomer-Generation. Heute will man lieber ein Studium machen, statt eine Ausbildung zu einem der vielen EFZ- oder EBA-Berufe, die als kräftezehrend wahrgenommen werden. Die Boomer waren generell leistungsbereiter auf der Arbeit, denn durch Leistung konnten sie ihr Lebensziel erreichen, finanziell ausreichend für Notfälle vorbereitet zu sein.
Die Boomer Zeit wird aber teilweise auch glorifiziert. Oft wird behauptet, dass ein Gehalt, in der Regel des Mannes, früher für den Unterhalt der ganzen Familie gereicht hätte. Das traf aber meist nur auf Gutverdienende zu, etwa Bänker oder leitende Angestellte.
Nach aussen mag es zwar oft so ausgesehen haben, dass der Mann das ganze Geld nach Hause gebracht hat. Tatsächlich sind aber zusätzlich zum Mann häufig auch die Ehefrauen heimlich - nicht unbedingt schwarz - arbeiten gegangen. Sie mussten das heimlich tun, weil die ganze Familie an Ansehen verloren hätte, wenn jemand erfahren hätte, dass der Mann nicht genug verdiente. Dieses sich durchs Leben schummeln und flunkern gehörte damals zum Alltag dazu.
Die Gen Z möchte sich aber nicht hinter solchen Lebenslügen verstecken, sondern sich vielmehr selbst verwirklichen und dies nach aussen hin darstellen.
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Quellen
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- Generation (Gesellschaft) (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Baby-Boomer (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Babyboomer kommen ins Rentenalter (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Der Schweizer Arbeitsmarkt seit 1920: Langfristige Tendenzen (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Warum Gen Z und Babyboomer im Job aneinander verzweifeln (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Generation Z (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Generation Z floppt in der Arbeitswelt (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Deloitte Gen Z and Millennial Survey 2025 (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Nicht einmal die Hälfte der Gen Z träumt noch vom Einfamilienhaus (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
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- Gegen staatliche Wohnungsbewirtschaftung, Information zur Abstimmung vom 25. September 1977 (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Erschwinglichkeit von Wohnraum – Eine Auswertung für die Schweiz (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- Hohes Einkommen ohne Uni-Studium dank dualem Bildungssystem (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
- KVG-Reform - 30 Jahre Krankenversicherung: Meilensteine und ungelöste Probleme (zuletzt aufgerufen: 31.1.2026)
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