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Schulsystem Kanton Zürich: Das soll dieses Symbolfoto hier symbolisieren, auf dem verschiedene Ansichten einer Schule in Zürich zu sehen sind.
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Schulsystem Zürich - einfach erklärt

Grundstruktur vom Schulsystem Zürich

Das Schulsystem in Zürich, also im Kanton Zürich, ist grob in die folgenden 7 Stufen unterteilt:

  • Frühförderung
  • Kindergarten/ Unterstufe
  • Primarstufe
  • Sekundarstufe I
  • Sekundarstufe II
  • Tertiärstufe
  • Quartärstufe

Im Rahmen des Schulsystems von Zürich unterscheidet man ferner die obligatorische Schulzeit und die nicht-obligatorische Schulzeit. Die obligatorische Schulzeit, also diejenige Zeit, in der eine Schulpflicht gilt, beginnt im Kindergarten und endet mit der Sekundarstufe I. Insgesamt dauert die obligatorische Schulzeit 11 Jahre. 

Das Schulzeit-Obligatorium ist aber nicht nur eine Pflicht, sondern auch ein Recht der Kinder, die öffentliche Volksschule zu besuchen, sofern sich die Kinder im Kanton Zürich aufhalten. Die öffentliche Volksschule unterteilt sich in 2 Jahre Kindergarten, 6 Jahre Primarschule und 3 Jahre Sekundarschule; sie ist kostenlos, politisch neutral und konfessionell neutral.

Ausserdem wird zwischen öffentlichen und privaten Schulen unterschieden. Sofern die Vorgaben eingehalten werden, kann die Schulpflicht auch durch den Besuch einer Privatschule erfüllt werden oder durch die Teilnahme an Privatunterricht bzw. «Homeschooling».

Infografik-Copyright: Lern-Forum | Lern- und Sprachsysteme Mühlebach AG (Verwendung der Infografik nur mit unserer Zustimmung erlaubt); Datenquelle: Bildungsstatistik Kanton Zürich

 

Die einzelnen Schulstufen und Schultypen bzw. Abschlüsse

Man kann das Schulsystem von Zürich in verschiedene zeitliche Stufen unterteilen, wobei es pro Stufe teilweise mehrere Schultypen bzw. Abschlüsse geben kann. 

 

Frühförderung

Die Zeit der Frühförderung geht der Kindergartenzeit vor. Es ist die freiwillige Entscheidung der Eltern, ob sie ihre Kinder bereits im Rahmen einer Frühförderung auf die Schule vorbereiten wollen. Das kann zum Beispiel die Teilnahme an Spielgruppen oder der Besuch von Familientreffs sein.

 

Kindergarten/ Unterstufe

Mit dem Kindergarten beginnt die Schulpflicht in Zürich, und zwar für alle Kinder. Man spricht hier auch von der Unterstufe oder Eingangsstufe. Konkret müssen alle Kinder, die bis zum 31. Juli das 4. Altersjahr vollendet haben, zu Beginn des Schuljahres (Mitte August) in den Kindergarten eintreten, der dann 2 Jahre dauert. Neben dem Übergang von lernendem Spielen zu spielerischem Lernen werden im Kindergarten bereits altersgerechte Lektionen von Lehrpersonen vermittelt.

 

Primarstufe

Nach dem Kindergarten folgt im Schulsystem Zürich die Primarschule, die sich in die Unterstufe (1. bis 3. Primarklasse) und die Mittelstufe (4. bis 6. Primarklasse) unterteilt. Insgesamt dauert die Primarschule 6 Jahre.

 

Sekundarstufe I

Nach dem Abschluss der 6. Primarklasse können die Schüler im Kanton Zürich entweder an die Sekundarschule oder an das Langzeitgymnasium wechseln. Allerdings ist der Übertritt an das Langgymnasium nur möglich, wenn man die zentrale Aufnahmeprüfung (Gymiprüfung) bestanden hat.

Mit Gymikurs auf Gymiprüfung vorbereiten

 

Sekundarschule

Die Sekundarschule dauert 3 Jahre, sofern die Schüler nicht bereits nach der 2. Sekundarklasse an das Kurzzeitgymnasium oder an die Handelsmittelschule (HMS) wechseln, wobei für beide dieser Mittelschulen die zentrale Aufnahmeprüfung zu bestehen ist. 

Je nach Gemeinde gibt es an der Sekundarschule zwei Abteilungen (A, B) oder drei Abteilungen (A, B, C), die unterschiedlich hohe Anforderungen stellen, um den verschiedenen Leistungsniveaus der Schüler gerecht zu werden. Für die Anmeldung zur BMS BM 1-, FMS-, HMS-, IMS- und Kurzgymi-Prüfung wird Abteilung A oder B vorausgesetzt, neben weiteren Anmelde-Voraussetzungen.

 

Langzeitgymnasium

Das Langzeitgymnasium dauert insgesamt 6 Jahre. Die ersten 6 Monate sind Probezeit. Im Unterschied zum Kurzgymnasium ist Latein am Langgymnasium Pflicht, und zwar die ersten beiden Jahre. Im Schulsystem Zürich ist der Übertritt ans Gymnasium (Kurzgymnasium) aber auch noch später möglich, und zwar nach der 2. Sek oder nach der 3. Sek. Auch an die HMS kann man sowohl nach der 2. Sek als auch nach der 3. Sek übertreten.

 

Sekundarstufe II

Mit Abschluss der 3. Sekundarschulklasse stehen den Schülern im Schulsystem Zürich insbesondere folgende Wege offen:

  • Berufliche Grundbildung: Lehre oder Lehre und BMS
  • Berufsorientierte Mittelschulen: HMS und IMS
  • Allgemeinbildende Mittelschule: FMS
  • Gymnasiale Mittelschule: Kurzgymnasium

 

Berufliche Grundbildung: Lehre oder Lehre und BMS

Zum einen können die Schüler nach der 3. Sek die berufliche Grundbildung in Form einer Lehre beginnen; entweder eine Lehre für einen EBA-Beruf, die 2 Jahre dauert, oder eine EFZ-Lehre, die 3-4 Jahre dauert. Die Berufspraxis lernen die Lehrlinge im Lehrbetrieb, während das schulische Wissen in der Berufsfachschule vermittelt wird. Im Kanton Zürich gibt es über 200 verschiedene Lehrberufe.

Im Falle einer EFZ-Lehre können die Lehrlinge während der Lehre neben der Berufsfachschule auch noch die Berufsmaturitätsschule (BMS) besuchen, um zusätzlich zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) auch noch die Berufsmaturität zu erwerben (BM 1). Daneben gibt es auch noch die Möglichkeit, dass man die BMS nach der Lehre macht (BM 2), oder mit der Flex-Option die BMS zum Teil während und zum Teil nach der Lehre absolviert (BM 1 flex). Für den Besuch der BMS muss aber die zentrale Aufnahmeprüfung bestanden werden.

Für Schüler, die noch keine Lehrstelle gefunden haben oder nicht wissen, welchen Beruf sie später einmal ergreifen wollen, gibt es nach der Sekundarstufe I öffentliche oder private Brückenangebote. Zu den öffentlichen Brückenangeboten zählen etwa das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und die Vorlehre. Zu den privaten Brückenangeboten zählen zum Beispiel der Vorkurs, das Sozialjahr, das Praktikum oder der Arbeitseinsatz.

 

Berufsorientierte Mittelschulen: HMS und IMS

Wer nicht bereits nach der 2. Sekundarklasse an die Handelsmittelschule (HMS) gewechselt ist, kann dies auch nach der 3. Sekundarklasse machen, sofern er die entsprechende Aufnahmeprüfung bestanden hat. Die HMS ist eine berufsorientierte Mittelschule, die man mit dem EFZ Kaufmann und der Berufsmaturität abschliesst.

Eine weitere berufsorientierte Mittelschule ist die Informatikmittelschule (IMS), an die man mit bestandener Aufnahmeprüfung erst nach der 3. Sekundarklasse wechseln kann. Die IMS schliesst man mit dem EFZ Informatiker und der Berufsmaturität ab.

 

Allgemeinbildende Mittelschule: FMS

Mit der Fachmittelschule (FMS) gibt es auch eine allgemeinbildende und persönlichkeitsbildende Mittelschule, wobei man nach dem Grundjahr ein bestimmtes Berufsfeld (Profil) vertieft. Insgesamt gibt es drei Profile zur Auswahl: Gesundheit und Naturwissenschaften, Pädagogik sowie Kommunikation und Information. Um die FMS besuchen zu können, muss man zuvor die FMS-Prüfung bestanden haben.

 

Gymnasiale Mittelschule: Kurzzeitgymnasium

Und beim Kurzgymnasium gilt wie bei der HMS: Wer nicht bereits nach der 2. Sekundarklasse ans Kurzgymnasium gewechselt ist, kann dies auch nach der 3. Sekundarklasse machen, sofern er die entsprechende Aufnahmeprüfung bestanden hat. Das Kurzgymnasium dauert 4 Jahre und schliesst wie das Langgymnasium mit der eidgenössisch gymnasialen Maturität ab.

Wer es auch während der Sekundarstufe II nicht ans Gymnasium geschafft hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen als Erwachsener auf dem zweiten Bildungsweg die gymnasiale Erwachsenenmatura an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene (KME) machen. 

 

Tertiärstufe

Auf der Tertiärstufe unterscheidet man im Schulsystem Zürich die höhere Berufsbildung und die Hochschulen.

 

Höhere Berufsbildung

Nach dem EFZ oder nach einer Maturität (FMS, BMS, HMS, IMS, Gymnasium) sowie in der Regel entsprechender Berufspraxis steht einem der Weg zur höheren Berufsbildung offen. 

Zur höheren Berufsbildung gehören zum einen die höheren Fachschulen (HF), die man mit dem Diplom HF (eidgenössisch anerkannt) abschliessen kann. Zum anderen gehören zur höheren Berufsbildung die höheren Fachprüfungen (HFP) (eidgenössisches Diplom) und Berufsprüfungen (BP) (eidgenössischer Fachausweis).

 

Hochschulen

Bei den Hochschulen wiederum unterscheidet man Fachhochschulen (FH), Pädagogische Hochschulen (PH), Universitäten und Eidgenössische Technische Hochschulen (ETH).

Die Fachhochschulen (FH) stehen etwa Schülern offen, die die Berufsmaturität an BMS, HMS oder IMS absolviert haben oder die Fachmaturität an der FMS. Wer mit gymnasialer Maturität an der FH studieren möchte, benötigt zusätzlich noch 1 Jahr Berufspraxis. An der FH werden sowohl Bachelor- als auch Master-Studien angeboten.

Pädagogische Hochschulen (PH), Universitäten und Eidgenössische Technische Hochschulen (ETH) können Schüler besuchen, die die gymnasiale Maturität erlangt haben, aber auch Schüler, die nach der Berufsmaturität oder Fachmaturität zusätzlich die Passerelle-Ergänzungsprüfung gemacht haben. An PH, Uni und ETH kann man ein Bachelor- und/oder ein Master-Studium absolvieren. An Universität und ETH besteht ausserdem die Möglichkeit, ein PhD/Doktorat zu machen.

 

Quartärstufe

Und schliesslich gibt es im Schulsystem Zürich noch die sogenannte Quartärstufe mit Fort- und Weiterbildungen nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium.

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