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Warum werden neue Gymnasien in Zürich und im Aargau gebaut?

Publiziert: 23.09.2025, 00:00   

Sowohl im Kanton Zürich als auch im Kanton Aargau sollen noch mehr Gymnasien neu gebaut bzw. ausgebaut werden. Aber heisst das nun, dass wegen neuer Gymnasien in Zürich und im Aargau die Gymiquote (gymnasiale Maturitätsquote) steigen wird, also ein höherer Anteil aller Schüler ans Gymnasium gehen wird oder besteht der Bedarf an den neuen Gymnasien ausschliesslich wegen des Bevölkerungswachstums in den beiden Kantonen?

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Inhaltsverzeichnis

 

Neue Gymnasien in Zürich und im Aargau geplant sowie Ausbauten und Provisorien

Sowohl im Kanton Zürich als auch im Aargau sind mehrere Neubauten, Ausbauten und Provisorien von Kantonsschulen bzw. Gymnasien geplant.

Zürich hat geplante Gymi-Neu- und Ausbauten wegen Geldmangels auf Eis gelegt

Im Kanton Zürich sind eine Vielzahl neuer Gymnasien in Planung, sowie Ausbauten und Provisorien, wobei teilweise auch schon gebaut wurde. Viele noch in Planung befindliche Neubauten von Gymnasien liegen in Zürich jedoch wegen Geldmangels auf Eis. Sie stehen auf einer sogenannten kantonalen Priorisierungsliste für Grossinvestitionen, deren Umsetzung zumindest vorübergehend gestoppt ist:

  • Neubau Kantonsschule Wädenswil (auf unbestimmte Zeit aufgeschoben)
  • Neubau Kantonsschule Zürich-Aussersihl (auf unbestimmte Zeit aufgeschoben)
  • Neubau Kantonsschule Dübendorf (auf unbestimmte Zeit aufgeschoben)
  • Neubau Kantonsschule Affoltern am Albis (auf unbestimmte Zeit aufgeschoben)

Gebaut wird trotzdem, allerdings voraussichtlich nur die neue Kantonsschule Uetikon am See und Provisorien. Anfang April 2025 wurde noch der Erweiterungsbau des Gymnasiums in Urdorf im Kanton Zürich eröffnet. Ferner hat die Kantonsschule Küsnacht im Sommer 2025 ein Container-Provisorium erhalten. Auch die Kantonsschule Freudenberg und die Kantonsschule Enge in der Stadt Zürich sowie Dübendorf erhalten Provisorien. Und in Affoltern am Albis wird statt eines Neubaus aus Beton ein Provisorium aus Holz gebaut, das bis 2028 fertig sein soll.

Aargau hält an Umsetzung von 3 Kanti-Neubauten und mehreren Ausbauten fest

Auch im Kanton Aargau sind neue Gymnasien bzw. Kantonsschulen, Kanti-Ausbauten und Kanti-Provisorien geplant. So sollen im Aargau bis zum Jahr 2040 gleich 3 Neubauten von Kantonsschulen errichtet werden, mehrere Ausbauten erfolgen sowie mehrere Übergangslösungen geschaffen werden, die teilweise bereits umgesetzt sind:

  • Neubau Kantonsschule Stein (Inbetriebnahme ab 2029)
  • Neubau Kantonsschule Lenzburg (Inbetriebnahme ab 2035 oder 2040)
  • Neubau Kantonsschule Windisch (Inbetriebnahme ab 2035 oder 2040)
  • Erweiterung Kantonsschule Wettingen (Inbetriebnahme ab 2025)
  • Erweiterung Kantonsschule Baden (Inbetriebnahme ab 2028)
  • Erweiterung Kantonsschule Wohlen (Inbetriebnahme ab 2032)
  • Erweiterung Kantonsschule Alte Kantonsschule Aarau (Inbetriebnahme ab 2034)
  • Übergangslösung Provisorium Kanti-Stein (Inbetriebnahme ab 2025)
  • Übergangslösung Kantonsschulen Mittelland (Inbetriebnahme ab 2030)

Anders als in Zürich hält man im Aargau an der Umsetzung dieser Projekte fest. Von einer Priorisierungsliste weiss man nichts.

Anstieg der Gymnasiasten entspricht in etwa Bevölkerungszunahme

Die Frage, die sich stellt: Warum werden so viele neue Gymnasien in Zürich und im Aargau geplant? Steigt die gymnasiale Maturitätsquote, auch Gymiquote genannt, geht also ein immer grösserer Anteil von Schülern aufs Gymnasium? Oder liegt es am Bevölkerungswachstum in Zürich und im Aargau, dass immer mehr Schüler ans Gymnasium gehen?

Entwicklung Schülerzahl an Gymnasien in Zürich

Wie man auf der Webseite des Kantons Zürich lesen kann, nimmt die Schülerzahl an den Gymnasien im Kanton Zürich seit Jahren zu. Gingen im Schuljahr 2015/2016 ganze 16’669 Schüler aufs Gymnasium in Zürich (Lang- und Kurzgymnasium), gingen im Schuljahr 2024/2025 insgesamt 20’073 Schüler an die Lang- und Kurzgymnasien im Kanton Zürich, also 3’404 Gymnasiasten mehr als im Schuljahr 2015/2016.

Der Bedarf an neuen Gymnasien in Zürich sowie an Ausbauten und Provisorien entstehe dadurch, dass die Bevölkerung in der entsprechenden Alterskategorie wächst, so der Kanton Zürich.

Das zeigt sich auch daran, dass die gymnasiale Maturitätsquote im Kanton Zürich seit Jahren auf einem relativ stabilen Niveau verbleibt, also der Anteil der Gymnasiasten an der Gesamtschülerschaft. Im Jahr 2015 lag die gymnasiale Maturitätsquote im Kanton Zürich bei 18,4 Prozent, während sie im Jahr 2024 bei 20,3 Prozent lag; im Jahr 2023 lag sie ebenfalls bei 20,3 Prozent. Trotzdem muss man aufgrund der steigenden Gymiquote seit 2015 feststellen, dass es über die Jahre eine zunehmende Zahl von Schülern unter der Gesamtschülerschaft gibt, die ans Gymnasium gehen, aber stark ausgeprägt ist diese anteilsmässige Zunahme nicht.

Haupttreiber für neue Gymnasien in Zürich ist also das Wachstum der Bevölkerung, das vor allem durch die Zuwanderung entsteht. Die Prognose: Bis Mitte des Jahrhunderts erwartet der Kanton Zürich, dass es an den Mittelschulen, zu denen auch die Gymnasien gehören, einen Bedarf für zusätzliche 6000 Schüler gibt, was ausgehend von 21’943 Mittelschülern im Schuljahr 2024/2025 eine Zunahme um 27,34 Prozent bedeuten würde.

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Entwicklung Schülerzahl an Gymnasien im Aargau

Im Kanton Aargau verläuft die Entwicklung der Schülerzahl an Gymnasien ähnlich wie im Kanton Zürich. Denn auch im Aargau stiegen die Zahlen an der Kantonsschule, wo auch das Gymnasium im Aargau angesiedelt ist, in den letzten Jahren zum einen wegen dem Bevölkerungswachstum, zum anderen aber auch, weil mehr Schüler unter der Gesamtschülerschaft an die Kanti gehen. Aber auch im Aargau ist das Bevölkerungswachstum der Haupttreiber für den steigenden Bedarf an Gymnasien.

Während die Bevölkerung in der Altersgruppe der 12- bis 19-Jährigen im Aargau von 2015 bis 2024 um 11,76 Prozent wuchs, nahm die Zahl der Gymnasiasten im gleichen Zeitraum um 12,87 Prozent zu, lag also etwas über dem Bevölkerungswachstum.

Man kann also auch im Aargau feststellen, dass die gymnasiale Maturitätsquote, also der Anteil Gymnasiasten an der Gesamtschülerschaft, über die Jahre auch im Kanton Aargau zunahm. Lag die gymnasiale Maturitätsquote im Jahr 2015 noch bei 16,3 Prozent im Aargau, lag sie im Jahr 2024 bei 17,7 Prozent. Eine Beschränkung der Maturitätsquote wurde im Kantonsparlament im Kanton Aargau allerdings abgelehnt; eine solche Beschränkung gibt es auch in Zürich nicht, allerdings spricht man dort von einer «inoffiziellen Quote» zumindest in Bezug auf den Übertritt zum Langgymnasium, da diese Quote im Kanton Zürich seit Jahren bei circa 15 Prozent verharrt.

Im Aargau geht man davon aus, dass die Anzahl der Mittelschüler, zu denen auch die Gymnasiasten gehören, bis 2045 um 1500 Schüler zunehmen wird, ausgehend von einer unveränderten Maturitätsquote, was einer Zunahme um 25 Prozent entspricht.

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Fazit

Zusammenfassend kann man also festhalten: Sowohl im Kanton Zürich als auch im Kanton Aargau werden neue Gymnasien vor allem deswegen geplant und teilweise auch schon gebaut, weil die Bevölkerung wächst. Zwar steigt zugleich auch die gymnasiale Maturitätsquote in Zürich und im Aargau, aber die Bevölkerungszunahme in beiden Kantonen bleibt der Haupttreiber für den zusätzlichen Bedarf an Gymnasien.

 

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Quellen

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