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Welche der BMS-Ausrichtungen soll ich wählen?

Wer während oder nach der Lehre die Berufsmaturitätsschule (BMS) besuchen möchte, für den stellt sich die Frage, welche der fünf BMS-Ausrichtungen (BMS-Fachrichtungen) er bei der Anmeldung zur BMS-Prüfung wählen muss bzw. wählen sollte.

Im folgenden Beitrag erklären wir, was die BMS ist, welche BMS-Ausrichtungen es überhaupt gibt, welche BMS-Ausrichtung man wählen muss bzw. sollte und an welchen Berufsmaturitätsschulen im Kanton Zürich und Kanton Aargau die jeweilige BMS-Ausrichtung für den gewünschten Bildungsweg (BM 1 oder BM 2) angeboten wird.

Jetzt mit BMS-Vorbereitung im Kanton Zürich beginnen

Jetzt mit BMS-Vorbereitung im Kanton Aargau beginnen


Inhaltsverzeichnis

  • Was ist die Berufsmaturitätsschule (BMS)?
     
  • Es gibt fünf verschiedene BMS-Ausrichtungen
    • Technik, Architektur und Life Sciences
       
    • Natur, Landschaft und Lebensmittel 
       
    • Wirtschaft und Dienstleistungen
       
    • Gestaltung und Kunst 
       
    • Gesundheit und Soziales
       
  • Welche BMS-Ausrichtung soll ich wählen?
    • Berufsmaturität während Berufslehre (BM 1)
       
    • Berufsmaturität nach abgeschlossener Berufslehre (BM 2)
       
  • Welche BMS bietet welche BMS-Ausrichtung an?

Was ist die Berufsmaturitätsschule (BMS)?

Die Berufsmaturitätsschule (BMS), früher auch Berufsmittelschule genannt, ist eine von mehreren Mittelschul-Typen in der Schweiz, so auch im Kanton Zürich und im Kanton Aargau.

Man kann die BMS während der Lehre («BM 1») oder nach der Lehre («BM 2») besuchen. Im Kanton Zürich gibt es mit der «BM1 flex» noch eine dritte Option, bei der man zwar während der Lehre mit der BMS beginnt, den BMS-Abschluss aber erst nach der Lehre macht. Allerdings wird das «BM1 flex»-Modell nur für folgende Lehren angeboten: Laborant EFZ, Fachmann Betreuung EFZ, Fachmann Gesundheit EFZ, Lebensmitteltechnologe EFZ und Augenoptiker EFZ.

Wer die BMS erfolgreich abschliesst, erhält die Berufsmaturität, welche ein Studium an einer Fachhochschule (FH) ermöglicht, wobei es je nach gewähltem FH-Studiengang zusätzliche Zulassungsvoraussetzungen geben kann, wie etwa Berufserfahrung und/oder Eignungstests.

Auch der Weg an eine pädagogische Hochschule (PH) ist mit der Berufsmaturität möglich, allerdings muss man dazu ein Aufnahmeverfahren bestehen.

Für den Besuch einer höheren Fachschule (HF) muss die Ausbildung in einem verwandten Bereich abgeschlossen worden sein und meist wird auch Berufserfahrung verlangt.

Und schliesslich kann man mit der Berufsmaturität auch an die Universität oder die Eidgenössische Technische Hochschule wechseln, sofern man die sogenannte  Ergänzungsprüfung Passerelle bestanden hat.

Um an einer Berufsmaturitätsschule aufgenommen zu werden, muss man jedoch zunächst die BMS-Aufnahmeprüfung bestehen

Lese auch unseren Artikel «Tipps zur BMS-Aufnahmeprüfung 2026 (Berufsmaturitätsschule Zürich) und FAQs».

BMS-Vorbereitung wichtig für Bestehen der BMS-Prüfung

Es gibt fünf verschiedene BMS-Ausrichtungen

Bei den BMS-Ausrichtungen (BMS-Fachrichtungen) unterscheidet man fünf verschiedene Arten, die jeweils aus mehreren Typen bestehen:

  • Technik, Architektur und Life Sciences
  • Natur, Landschaft und Lebensmittel 
  • Wirtschaft und Dienstleistungen
  • Gestaltung und Kunst 
  • Gesundheit und Soziales

Technik, Architektur und Life Sciences

Die BMS-Ausrichtung «Technik, Architektur und Life Sciences» ergänzt die berufliche Grundbildung in technischen und handwerklichen Berufen.

Folgende Schwerpunktfächer werden in dieser Fachrichtung an der BMS im Kanton Zürich und Kanton Aargau unterrichtet:

  • Mathematik
  • Physik
  • Chemie (und zusätzlich Biologie beim Typ «Life Sciences»)

Natur, Landschaft und Lebensmittel

Die BMS-Ausrichtung «Natur, Landschaft und Lebensmittel» ergänzt die berufliche Grundbildung in Berufen, die mit Natur, Landschaft und Lebensmitteln zu tun haben, etwa Förster, Gärtner oder Landwirte.

Folgende Schwerpunktfächer werden in dieser Fachrichtung an der BMS im Kanton Zürich und Kanton Aargau unterrichtet:

  • Biologie
  • Physik
  • Chemie

Wirtschaft und Dienstleistungen

Die BMS-Ausrichtung «Wirtschaft und Dienstleistungen» ergänzt die berufliche Grundbildung in Berufen eines Betriebs dieses Sektors, etwa in einem Detailhandelsgeschäft oder etwa in einem Hotel.

Folgende Schwerpunktfächer werden in dieser Fachrichtung an der BMS im Kanton Zürich und Kanton Aargau unterrichtet:

  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Wirtschaft und Recht
  • Fremdsprachen (beim Typ «Wirtschaft» im Kanton Aargau)

Gestaltung und Kunst

Die BMS-Ausrichtung «Gestaltung und Kunst» ergänzt die berufliche Grundbildung in künstlerischen und technisch-handwerklichen Berufen.

Folgende Schwerpunktfächer werden in dieser Fachrichtung an der BMS im Kanton Zürich und Kanton Aargau unterrichtet:

  • Gestaltung, Kunst, Kultur
  • Information und Kommunikation

Gesundheit und Soziales

Die BMS-Ausrichtung «Gesundheit und Soziales» ergänzt die berufliche Grundbildung in Berufen des gesundheitlich-sozialen Bereiches und in der Körperpflege.

Folgende Schwerpunktfächer werden in dieser Fachrichtung an der BMS im Kanton Zürich unterrichtet:

  • Philosophie
  • Psychologie
  • Soziologie
  • Naturwissenschaften (beim Typ «Gesundheit»)
  • Wirtschaft und Recht (beim Typ «Soziales»)

Folgende Schwerpunktfächer werden in dieser Fachrichtung an der BMS im Kanton Aargau unterrichtet:

  • Sozialwissenschaften
  • Naturwissenschaften

Welche BMS-Ausrichtung soll ich wählen?

Bei der Anmeldung zur zentralen Aufnahmeprüfung an der Berufsmaturitätsschule (BMS) muss man sich für eine konkrete BMS-Ausrichtung entscheiden.

Die Wahl der richtigen BMS-Ausrichtung ist insbesondere für später wichtig, wenn man nach der BMS an einer Fachhochschule (FH) studieren möchte. Denn in der Regel kann man direkt nach der Berufsmaturität nur einen FH-Studiengang belegen, der mit dem Ausbildungs-Beruf und der BMS-Ausrichtung verwandt ist. 

Da die Zulassungsbedingungen zu den FH-Studiengängen aber uneinheitlich sind, also je nach Studienrichtung und Hochschule variieren können, können wir hier nur eine grobe Orientierung geben. Wer eine verbindliche Auskunft möchte, muss sich direkt bei der betreffenden Fachhochschule erkundigen, um zu erfahren, welche Zulassungsvoraussetzungen beim gewünschten FH-Studiengang bestehen.

Sofern Wahlfreiheit bei den BMS-Ausrichtungen besteht, sollte man sich aber nicht nur von dem bisher eingeschlagenen Weg über den Bereich der EFZ-Lehre leiten lassen, um dann möglichst direkt im Anschluss an die Berufsmaturität an der FH zugelassen zu werden. Man sollte sich auch von seinen Stärken und Interessen leiten lassen, um die persönlich passendste BMS-Ausrichtung zu finden.

Berufsmaturität während Berufslehre (BM 1)

Wer die Berufsmaturität während der Lehre (BM 1) absolvieren möchte, muss diejenige BMS-Ausrichtung wählen, die zum Bereich der beruflichen Grundbildung, also der jeweiligen EFZ-Lehre gehört. Eine EBA-Lehre genügt übrigens nicht für den Besuch der BMS.

Da es EFZ-Lehren gibt, die zu mehreren BMS-Ausrichtungen passen, sollte man sich in einem solchen Fall für diejenige BMS-Fachrichtung entscheiden, die dem Bereich eines etwaig gewünschten FH-Studienganges nach der BMS entspricht.

Berufsmaturität nach abgeschlossener Berufslehre (BM 2)

Wer die BMS nach abgeschlossener Berufslehre besucht, ist bei der Wahl der BMS-Ausrichtung grundsätzlich frei. Insofern ist nach der Lehre eine Neuorientierung möglich, wenn man sich für eine BMS-Ausrichtung entscheidet, die nicht zu dem Bereich des erlernten Berufes gehört.

Allerdings muss man sich bewusst sein, dass man für die Aufnahme in einen FH-Studiengang, dessen Bereich zwar der BMS-Ausrichtung entspricht, aber nicht der EFZ-Lehre, Arbeitserfahrung in dem Bereich des gewünschten FH-Studienganges nachweisen muss.

Die unterschiedlichen BMS-Ausrichtungen und dazugehörigen EFZ-Lehren führen zu folgenden Fachbereichen an der Fachhochschule (FH):

BMS-AusrichtungEFZ-LehreFH-Fachbereich
Technik, Architektur und Life SciencesElektroniker, Informatiker, Polymechaniker, Zeichner usw.Architektur, Bau- und Planungswesen, Chemie, Life Sciences, Elektrotechnik, Informatik, Maschinentechnik, Data Sciences, Energie- und Umwelttechnik usw.
Natur, Landschaft und LebensmittelForstwart, Gärtner, Landwirt, Lebensmitteltechnologe, Tierpfleger usw.Agronomie, Land- und Forstwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Life Sciences Technologies, Umwelt- ingenieurwesen, Biotechnologie usw.
Wirtschaft und Dienstleistungen

Typ Wirtschaft: Entwickler Digitales Business, Kaufmann usw.

Typ Dienstleistungen: Detailhandelsfachmann, Hotelfachmann usw.

Betriebsökonomie, Kommunikation, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsrecht, Angewandte Sprachen usw.
Gestaltung und KunstFlorist, Grafiker, Polydesigner 3D, Polygraf, Zeichner usw.Visuelle Kommunikation, Produkt- und Industriedesign, Innenarchitektur usw.
Gesundheit und SozialesFachmann Apotheke, Fachmann Betreuung, Fachmann Gesundheit, Medizinischer PraxisassistentPflege, Hebamme, Physiotherapie, Soziale Arbeit, Ergotherapie usw.

Quelle: Bildungsdirektion Kanton Zürich, Mittelschul- und Berufsbildungsamt - Berufsmaturität BM 1 und BM 2

Und übrigens: Für die Ergänzungsprüfung Passerelle, die man für ein Studium an Universität und Eidgenössischer Technischer Hochschule absolvieren muss, ist es egal, welche BMS-Ausrichtung man gewählt hat.

Welche BMS bietet welche BMS-Ausrichtung an?

Die unterschiedlichen BMS-Ausrichtungen werden nicht an allen Berufsmaturitätsschulen angeboten. Ausserdem bieten nicht alle BMS eine BMS-Ausrichtung für alle Bildungswege an, also BM 1 und BM 2. 

Für die Wahl der BMS-Ausrichtung kann also auch der Standort der Berufsmaturitätsschule entscheidend sein. Ist die Schule, die die gewünschte BMS-Ausrichtung anbietet, sehr weit entfernt und daher mit einem langen Schulweg verbunden, kann sich das auf die Dauer negativ auf die Motivation auswirken. Dennoch sollte man gut abwägen: Ein langer Schulweg ist immer noch besser als eine berufliche Ausrichtung, die gar nicht zu einem passt.

Welche BMS-Ausrichtung die jeweilige Berufsmaturitätsschule anbietet, haben wir in den folgenden beiden Tabellen zusammengestellt, und zwar in der ersten Tabelle für die BMS im Kanton Zürich und in der zweiten Tabelle für die BMS im Kanton Aargau.

Berufsmaturitätsschulen im Kanton Zürich nach BMS-Ausrichtung
BMS-AusrichtungenBerufsmaturitätsschulen (BMS)Bildungsweg
Technik, Architektur und Life SciencesBerufsfachschule für Lernende mit Hör- und Kommunikationsbehinderung● BM 1
● BM 2 (Teilzeit, 4 Sem.)
Berufsfachschule Uster● BM 1
● BM 2 (Vollzeit/Teilzeit, 4 Sem.)
Berufsmaturitätsschule Winterthur● BM 1
● BM 2 (Vollzeit)
Berufsmaturitätsschule Zürich● BM 1
● BM 2 (Vollzeit)
Natur, Landschaft und LebensmittelBerufsfachschule für Lernende mit Hör- und Kommunikationsbehinderung● BM 2 (Teilzeit, 4 Sem.)
Berufsmaturitätsschule Strickhof● BM 1
● BM 2 (Vollzeit/Teilzeit, 4 Sem.)
Wirtschaft und DienstleistungenTyp Wirtschaft 
Berufsfachschule für Lernende mit Hör- und Kommunikationsbehinderung● BM 1
● BM 2 (Teilzeit, 4 Sem.)
Berufsfachschule Uster● BM 1
● BM 2 (Vollzeit/Teilzeit, 4 Sem.)
Berufsschule Bülach● BM 1
Bildungszentrum Zürichsee● BM 1
Wirtschaftsschule KV Winterthur● BM 1
● BM 2 (Vollzeit/Teilzeit, 3 Sem.)
Wirtschaftsschule KV Zürich● BM 1
● BM 2 (Vollzeit)
Berufsmaturitätsschulen im Kanton Aargau nach BMS-Ausrichtung
BMS-AusrichtungenBerufsmaturitätsschulen (BMS)Bildungsweg
Technik, Architektur und Life SciencesBerufsschule Aarau• BM 1 (nur vierjährig)
• BM 2 (Vollzeit)
Berufsfachschule BBB Baden• BM 1 (nur vierjährig)
• BM 2 (nur Teilzeit mit einem Anteil Fernstudium)
Berufsschule Zofingen• BM 1 (nur vierjährig)
Berufsschule Lenzburg• BM 1 (drei- und vierjährig)
• BM 2 (Vollzeit, Montag–Donnerstag)
Natur, Landschaft und LebensmittelBerufsschule Aarau• BM 1 (drei- und vierjährig)
• BM 2 (Vollzeit)
Wirtschaft und DienstleistungenTyp Wirtschaft 
HKV Aarau• BM 1
zB. Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule | KV Aargau Ost• BM 1
• BM 2 (Voll- und Teilzeit)
Berufsbildungszentrum Freiamt• BM 1
Berufsbildungszentrum Fricktal• BM 1
Typ Dienstleistungen 
ausserkantonale Schulen (nicht im Kanton Aargau)• BM 1
HKV Aarau• BM 2 (Teilzeit)
Gestaltung und KunstBerufsschule Aarau• BM 1 (drei- und vierjährig)
• BM 2 (Vollzeit)

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