
Sollte Künstliche Intelligenz in der Schule unterrichtet werden?
Künstliche Intelligenz (KI) wird bereits in einer Vielzahl von Anwendungen und Berufen, an Unis und selbst an Schulen eingesetzt. Es ist die Rede davon, dass die rasante Verbreitung der KI eine ähnliche Bedeutung hat wie die Verbreitung des Buchdrucks oder des Internets.
Wenn aber der Bereich Künstliche Intelligenz so wichtig ist, sollte KI dann nicht lehrplanmässig an Schweizer Schulen unterrichtet werden, womöglich sogar als eigenes Unterrichtsfach? An einem Gymnasium in Deutschland gibt es bereits ein entsprechendes Modellprojekt; aber auch in der Schweiz gab es bereits ein Modellprojekt mit Künstlicher Intelligenz im Schul-Unterricht.
Im folgenden Beitrag gehen wir den Fragen nach, was Künstliche Intelligenz überhaupt ist, wie Künstliche Intelligenz schon heute in Schweizer Schulen zum Einsatz kommt bzw. kommen könnte, welche Vor- und Nachteile die Künstliche Intelligenz im Unterricht in der Schule hätte und ob Künstliche Intelligenz gar als eigenes Unterrichtsfach in der Schweiz unterrichtet werden sollte.
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Inhaltsverzeichnis
- Künstliche Intelligenz in der Schule
- KI im Schul-Unterricht: Vor- und Nachteile
Was ist Künstliche Intelligenz?
Der Begriff der «Künstlichen Intelligenz» ist gar nicht neu. Das erste Mal wurde dieser Begriff im Jahr 1955 in einem Forschungsantrag erwähnt. Der Informatiker John McCarthy wollte in Bezug auf «Künstliche Intelligenz» Folgendes herausfinden:
«[…], wie man Maschinen dazu bringen kann, Sprache zu benutzen, Abstraktionen und Konzepte zu bilden, Probleme so zu lösen, wie es derzeit nur den Menschen möglich ist und sich selbst zu verbessern.»
Als künstlich intelligente Maschinen gelten demnach solche, die menschliche Fähigkeiten beherrschen, die mit Intelligenz assoziiert werden, insbesondere Denken, Planen und Problemlösen.
Als Denken kann man das, was die heutigen KI-Modelle machen - etwa das weitverbreitete ChatGPT -, aber nicht bezeichnen. Denn diese KI-Modelle basieren auf statistischen Modellen enormer Datenmengen, was von den Gegnern dieses primär quantitativen Ansatzes wie dem mittlerweile verstorbenen KI-Forscher Marvin Minsky stark kritisiert wurde, der sich vielmehr dafür eingesetzt hatte, dass man sich bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz auf kognitive Verfahren konzentrieren sollte, also menschliches Denken nachbilden statt es nur vorzutäuschen.
Dass sich die statistischen KI-Modelle heute als Mainstream in der KI-Branche durchgesetzt haben, liegt auch an der Leistungsfähigkeit moderner Computer bei der Auslesung riesiger Datenmengen. Aber menschlichem Denken kämen diese KI-Modelle nicht nahe, da sie keine Abstraktionsfähigkeit hätten, keine Schlussfolgerungen treffen könnten und keinen Bezug zur Faktizität hätten, wie der KI-Experte Prof. Gary F. Marcus sagt. Die heutigen KIs würden sich an den Sprachgebrauch annähern aber nicht an das Sprachverständnis.
Wie genau funktioniert generative KI?
Das, was die meisten Menschen heute als Künstliche Intelligenz kennen, nämlich KI-Textgeneratoren wie ChatGPT, Claude und Gemini, KI-Bildgeneratoren wie Canva, RunwayML und Midjourney, KI-Videogeneratoren wie Sora und Veo 3 oder etwa KI-Suchmaschinen wie Perplexity, wird auch als generative KI bezeichnet.
Aber von Anfang: Künstliche Intelligenz ist der Oberbegriff für ein ganzes Feld unterschiedlicher KI-Modelle. Die generative KI gehört zu den sogenannten Transformermodellen, die zu den Deep Neural Networks (DNN) gehören, welche eine Unterkategorie des Maschinellen Lernens (ML) sind. Und das Maschinelle Lernen ist eine Art der Künstlichen Intelligenz.
Beim Maschinellen Lernen geht es darum, dass ein KI-Modell mit Hilfe von Beispielen trainiert werden soll, selbst Entscheidungen zu treffen. Die Deep Neural Networks bilden sogenannte künstliche neuronale Netze, um grosse Datenmengen zu verarbeiten und anhand dieser zu lernen, etwa die Bilderkennung oder die Sprachverarbeitung.
Prompt, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Zufallsgenerator
Generative KI kann selbständig neue Inhalte erstellen, darunter Texte, Bilder, Infografiken, Videos und sogar Musik. Die generative KI benötigt lediglich eine Eingabe - einen sogenannten Prompt - und fertigt dann anhand der im Training gelernten Muster eine passende Ausgabe. Der Prompt erfolgt häufig als reine Texteingabe, kann aber zum Beispiel auch über den Upload eines Bildes, Videos, einer Musiksequenz oder die Eingabe eines Programmier-Codes erfolgen, oft kombiniert mit einer Texteingabe.
Bei der Erstellung der Ausgabe bzw. der Antwort orientiert sich die KI nicht an zuvor festgelegten Regeln, sondern kalkuliert das Ergebnis anhand von Wahrscheinlichkeiten. Ausgegeben wird also diejenige Wortfolge, die der KI auf Grund ihres Trainings und mittlerweile teilweise in Kombination mit der Live-Suche im Internet am wahrscheinlichsten erscheint. Als Korrektiv, um nicht immer dieselben Antworten auszugeben, ist auch noch ein Zufallsgenerator im Spiel.
Halluzinationen und Verzerrungen
Wahrscheinlichkeitsberechnung von Wortfolgen und Zufallsgenerator sind der Grund, warum KI-Modellen so oft Fehler in ihren Antworten unterlaufen. Man spricht hier auch von sogenannten Halluzinationen, bei denen falsche, erfundene oder irreführende Informationen und Quellen als echte Fakten präsentiert werden.
Ausserdem kommt es immer wieder vor, dass die KI-Modelle Verzerrungen, Vorurteile bzw. Stereotype aus den Trainingsdaten übernehmen, auch Biases genannt. Problematisch ist ausserdem, dass die Entscheidungsfindung der generativen KI-Modelle nicht transparent ist; sie verhalten sich eher wie eine Blackbox, bei der man nicht weiss, wie der Input in den Output transformiert wurde.
Welchen Nutzen hat KI in der Schule?
Künstliche Intelligenz ist besonders gut darin, Muster zu erkennen. Auch ist die KI sehr gut darin, Inhalte zu erstellen, wenn diese auf ihr zur Verfügung gestellten Daten basieren. Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz. Im Allgemeinen sind das die Text-, Bild-, Grafik-, Video-, Code-, Musik-Erstellung sowie -Verbesserung, die Recherche (auch wissenschaftlich), die Dokumenten-Analyse, Übersetzungen und die Automatisierung von Prozessen etwa durch KI-Agenten.
In der nachfolgenden Liste haben wir einige derjenigen konkreten Anwendungsfälle der Künstlichen Intelligenz zusammengetragen, für die die KI insbesondere in der Schule nützlich ist:
- frühzeitiges Erlernen des Umgangs mit KI-Tools im Schul-Unterricht insbesondere zur Steigerung der Produktivität in der weiteren Ausbildung und im späteren Beruf, etwa durch KI-Text-Erstellung und KI-Recherchen.
- personalisierte Lernunterstützung durch Anpassung von Aufgaben an das Leistungsniveau des jeweiligen Schülers mit Hilfe von KI-Tools (z.B. schwer verständliche Texte vereinfachen, schwere Aufgaben leichter machen, und umgekehrt)
- unmittelbares Leistungsfeedback durch KI-Tools, nachdem Schüler ihre Arbeiten der KI zur Überprüfung geben
- Wissenserwerb, insbesondere durch die Möglichkeit, gezielt nachfragen zu können
- Ideengebung für Unterricht und Projekt-Arbeiten
Die Künstliche Intelligenz hat aber viele Schwachpunkte, die ihren Nutzen schmälern:
- häufige Fehlinformationen (sogenannte Halluzinationen), weshalb KI-Antworten bzw. KI-Ausgaben immer auf Richtigkeit zu prüfen sind
- Datenschutzfragen: Für den Datenschutz muss man immer klären, was mit den eigenen Eingaben passiert, insbesondere ob und wo diese gespeichert werden; es ist ratsam, keine personenbezogenen Daten in KIs einzugeben.
- Urheberrechtsfragen: Es laufen viele Gerichtsverfahren, weil sich Urheber von Inhalten, mit denen die KIs trainiert wurden, in ihren Rechten verletzt sehen. Mit Stand 5. Dezember 2025 gab es 65 Urheberrechtsklagen gegen KI-Unternehmen. Kürzlich hat zum Beispiel OpenAI ein Urheberrechtsverfahren verloren, weil urheberrechtlich geschützte Songtexte in ihren Systemen enthalten gewesen seien und an ChatGPT-Nutzer ausgegeben worden seien, wenn diese einfache Prompts eingegeben hätten.
- Probleme beim Kontextverständnis: Die KI versteht Zusammenhänge nicht, wie Menschen das tun. Deswegen kann KI zum Beispiel schlecht mit Ironie umgehen.
- Häufig sind aufwendige Prompts nötig: Um das Problem mit dem mangelnden Kontextverständnis auszugleichen, muss man der KI so viel Kontext im Prompt liefern wie möglich, den Prompt also so ausführlich wie möglich bzw. so ausführlich wie nötig schreiben. Je nach erwarteter Ausgabe muss man der KI sehr präzise und differenzierte Angaben machen. Das kann mitunter aufwendig sein, was den Nutzen der KI einschränkt.
- Probleme mit Kreativität: KI kann zwar neue Inhalte produzieren, etwa neue Texte, neue Bilder und neue Videos, die es in dieser Form noch nicht gibt. Echte Kreativität ist das aber nicht, denn die neuen Inhalte basieren auf bekannten Mustern, die die KI in ihren Trainings gelernt hat; einzelne Teile werden einfach neu kombiniert. Menschliche Kreativität geht aber darüber hinaus, etwa mit der Fähigkeit, originelle von konventionellen Ideen zu unterscheiden, womit ChatGPT-4o laut einer Studie Probleme hat.
Wann sollte man KI-Modelle nicht verwenden?
Wegen der hohen Fehleranfälligkeit von KI-Antworten, die bei bis zu rund 50 Prozent liegen kann, sollte man einem Entscheidungsmodell folgen, ob man bei der jeweiligen Frage bzw. Anwendung KI nutzen sollte oder nicht. Ein solches Entscheidungsmodell wurde zum Beispiel von dem Experten für KI- und Datenverwaltung, Aleksandr Tiulkanov, entwickelt:
Hier ist eine deutsche Übersetzung des Tiulkanov-KI-Entscheidungsmodells:
Künstliche Intelligenz in der Schule
In der Anfangszeit des Booms von ChatGPT Ende 2022, als der Öffentlichkeit eine kostenfreie Version angeboten wurde, überwogen die Stimmen, die ChatGPT aus den Klassenzimmern von Schulen verbannen wollten. Denn viele Schüler nutzten ChatGPT schon früh etwa bei der Anfertigung von Hausaufgaben oder etwa beim Schreiben von Aufsätzen.
Mittlerweile hat sich die Einstellung zu KI-Tools, darunter auch ChatGPT, bezüglich des Einsatzes im Bildungsbereich gewandelt. Statt eines generellen Verbots von Künstlicher Intelligenz an Schulen wird KI nun vielerorts differenzierter betrachtet und ein verantwortungsvoller Einsatz von KI-Tools in der Schule befürwortet; an manchen Schulen wird KI sogar bereits unterrichtet.
Modellprojekt «KI als Unterrichtsfach» in Deutschland
In Deutschland gibt es am Veldenz Gymnasium in Lauterecken (Rheinland-Pfalz) als Modellprojekt seit einem Jahr «Künstliche Intelligenz» als Unterrichtsfach. Man wolle die Schüler auf die Zukunft vorbereiten, die ohne KI nicht mehr denkbar sei. Dazu würde man die Schüler im Umgang mit KI unterrichten, sagt der Schulleiter Ulrich Königstein vom Veldenz Gymnasium. Die Schüler lernen unter anderem, wie man Prompts in KI-Tools erstellt, damit diese das gewünschte Ergebnis ausgeben. Ausserdem lernen die Schüler, woher die Künstliche Intelligenz ihre Daten bekommt und ob man den Antworten der KI vertrauen kann.
KI im Schul-Unterricht in der Schweiz
Eine Studie des Bildungsforschers Prof. Dr. Stefan Wolter hat ergeben, dass in der Sekundarschule bereits jeder dritte Schüler von sich aus wöchentlich KI-Tools wie ChatGPT für die Erledigung von Aufgaben im Schul-Unterricht oder zu Hause bei den Hausaufgaben benutzt.
Im Fall von Übersetzungsprogrammen nutzen diese sogar über 50 Prozent der Sek-Schüler. Bei den Gymnasiasten sind die Anteile noch höher. Dort nutzen 50 Prozent KI-Tools wie ChatGPT bei Arbeiten im Schul-Unterricht oder bei den Hausaufgaben und 70 Prozent KI-Tools für Übersetzungen. Auf der Schüler-Ebene ist die KI also bereits weit verbreitet in Schweizer Schulen.
Ein eigenes Unterrichtsfach «Künstliche Intelligenz» gibt es in der Schweiz jedoch aktuell noch nicht. Allerdings wurde mit dem Lehrplan 21 das Unterrichtsfach «Medien und Informatik» geschaffen, welches im Kanton Zürich in der 5. und 6. Primarklasse sowie der 1. und 3. Sekundarklasse eine Wochenstunde ausmacht. Über Künstliche Intelligenz steht in dem Zürcher Lehrplan beim Modul «Medien und Informatik» nichts.
Es gab in der Schweiz im Jahr 2024 aber bereits ein Modellprojekt, das den Einsatz speziell von Künstlicher Intelligenz im Schulunterricht erprobt hat, und zwar an den Zuger Stadtschulen.
Für wie wichtig die Künstliche Intelligenz auch an Schulen im Kanton Zürich bereits erachtet wird, zeigt sich unter anderem an den Leitlinien «Künstliche Intelligenz in der Volksschule» des Volksschulamtes vom Kanton Zürich:
- KI ist ein fester Bestandteil von Gesellschaft und Schule
- KI soll von den Schulen als Inspiration und Ergänzung genutzt werden
- Schulen sollen den Schülern und Lehrkräften Möglichkeiten, Grenzen und Funktionsweise der KI vermitteln
- alle sollen Zugang zu KI haben
- Schulen müssen die rechtskonforme Anwendung der KI sicherstellen
Ob und wie stark KI in den Schulunterricht einbezogen wird, hängt in der Schweiz im Moment in der Regel von der jeweiligen Lehrperson ab. Es gibt Lehrer in der Schweiz, die ihre Schüler bereits mit KI-Bild-, Video- und Musik-Generatoren arbeiten lassen.
Wie der Tagesanzeiger berichtet, gibt es aber auch weniger KI-affine Lehrpersonen, die den Entwicklungen der KI immer ein Stück hinterherhinken. Sobald sie sich weitergebildet haben, käme schon wieder ein neuer Durchbruch bei der KI. Und dann gäbe es noch diejenigen Lehrpersonen, die der KI dermassen kritisch gegenüberstünden, dass sie diese am liebsten ganz aus der Schule verbannen wollten.
Im Kanton Solothurn etwa übernehmen teilweise sogenannte pädagogische ICT-Supporter (PICTS) die Rolle des Lehrers in Sachen KI, wo bereits Viertklässler KI-Unterricht erhalten und unter anderem lernen wie man einen Prompt für die Generierung eines Bildes verfassen muss, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Aber auch die Grenzen und Gefahren der KI werden unterrichtet, und zwar nicht nur den Schülern, sondern auch den Lehrpersonen.
Im Kanton Zürich gibt es ebenfalls Fachpersonen Pädagogischer und Technischer ICT-Support (PICTS und TICTS), die die Schulen im digitalen Wandel unterstützen. Dem digitalen Wandel hat der Kanton Zürich mit der Webseite ICT-Coach sogar eine ganze Web-Präsenz gewidmet, auf der sich auch Informationen zur Künstlichen Intelligenz in der Schule finden.
KI an Universitäten, ETH und Pädagogischer Hochschule
An Universitäten hat KI längst in Form von Grundkursen über Künstliche Intelligenz und deren konkrete Anwendungsmöglichkeiten Eingang gefunden, etwa an HSG, ETH Zürich oder der Universität Basel.
Auf der Webseite der ETH Zürich heisst es etwa:
«Die ETH Zürich befürwortet einen proaktiven Ansatz für den Einsatz generativer KI (GenAI) im Bildungskontext und betont den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie unter Studierenden und Dozierenden.»
Die Studierenden ruft die ETH Zürich auf, sich zur Funktionsweise von generativer KI (GenAI) weiterzubilden und deren Potenzial für Kreativität, Ideenfindung, personalisiertes Lernen und Coaching zu erkunden. Gleichzeitig sollen die Studierenden kritisch gegenüber den Ergebnissen bleiben, die die KI ausgibt. Dazu sollen die Studierenden die Grenzen der KI, die ethischen Implikationen und die potenziellen Vorurteile (Biases) der generativen KI berücksichtigen.
An der Pädagogischen Hochschule Zürich (PH Zürich) werden Schulen bzw. deren Lehrpersonen mit Kursen und schulinternen Weiterbildungen zum Thema «Künstliche Intelligenz in der Schule» unterstützt, etwa mit dem Kurs «Künstliche Intelligenz in der Schule: Fokus Medienbildung», in dem Grundlagen der KI vermittelt werden, darunter Ideen zur Unterrichts-Vorbereitung und für den Einsatz im Unterricht.
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Verschiedene Einsatzbereiche der KI in der Schule
Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH hat sich auch bereits zu Künstlicher Intelligenz in der Schule positioniert und erkennt sowohl Chancen als auch Risiken von KI-Systemen für das Schweizer Bildungssystem.
Insbesondere differenziert der LCH den Einsatz von KI an der Schule nach verschiedenen Einsatzbereichen, die wir in der folgenden Liste und in den nachfolgenden Abschnitten noch weiter differenziert haben:
- Lernen über KI
- Lernen über KI-Tools
- Lernen mit KI-Tools
- Unterrichten mit KI-Tools
- Beurteilung mit KI-Tools
- Verwalten mit KI-Tools
Lernen über KI
Zunächst einmal drängt sich beim Thema KI in der Schule das Lernen über KI auf. Unabhängig von der Frage, ob Schüler KI selbst in der Schule einsetzen oder nicht, sollten sie angesichts der Verbreitung der Künstlichen Intelligenz in jedem Fall lernen, wie die heutigen KI-Modelle funktionieren, welche Grenzen KI-Modelle haben und welche rechtlichen sowie ethischen Fragen sich stellen.
Lernen über KI-Tools
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von KI-Tools, darunter KI-Text-, Bild-, Video-, Musik- und Code-Generatoren sowie KI-Dokumenten-Analyse-Tools und KI-Recherche-Tools. Es gibt aber nicht das eine KI-Tool, das perfekt für alles ist. Wenn man ein bestimmtes Ergebnis mit einem KI-Tool erreichen möchte, sollte man vielmehr dasjenige KI-Tool suchen, das am besten für diese Aufgabe geeignet ist.
Auch die Zahl der Anbieter von KI-Tools steigt stetig. Zu den bekanntesten KI-Tools gehören unter anderem die folgenden:
| KI-Tool | Einsatzbereiche | Besonders geeignet |
| ChatGPT | Text- und Bild-Erstellung, Dokumenten-Analyse, Code-Erstellung, Internet-Recherche, und mehr | Kostenlose Nutzung eines KI-Chatbots ohne sich einloggen zu müssen |
| Claude | Text-Erstellung, Dokumenten-Analyse, Code-Erstellung, Internet-Recherche, und mehr | Text-Erstellung und Text-Bearbeitung, Dokumenten-Analyse |
| Gemini | Text-, Bild- und Video-Erstellung, Dokumenten-Analyse, Code-Erstellung, Internet-Recherche, und mehr | Bild-Bearbeitung |
| Googles KI-Modus | Internet-Recherche, Text-Erstellung, Dokumenten-Analyse, Code-Erstellung, und mehr | Schnelle Recherchen im Internet nach aktuellen Informationen |
| NotebookLM | Dokumenten-Analyse und Dokumenten-Zusammenfassungen, Podcast-Erstellung | Analyse und Zusammenfassungen von PDFs |
| Microsoft Copilot | Text- und Bild-Erstellung, Dokumenten-Analyse, Code-Erstellung, Podcast-Erstellung, Internet-Recherche, und mehr | kostenlose Bild-Generierung ohne Login möglich |
| Perplexity | Internet-Recherche | Internet-Recherche mit verlässlicheren Quellenangaben |
| Consensus | Suchmaschine zur Zusammenstellung von Schlüsselaussagen aus wissenschaftlichen Artikeln | Wissenschaftliche Recherche |
| Elicit | Suchmaschine für Zusammenfassung einer Antwort aus den relevantesten wissenschaftlichen Artikeln | Wissenschaftliche Recherche |
| Local Citation Network | Visualisierung von Zitationsnetzwerken | Literaturrecherche |
| RunwayML | Bild- und Video-Erstellung | Bild- und Video-Erstellung mit Hilfe von Chat-Funktion |
| Midjourney | Bild- und Video-Erstellung | Künstlerisch gestaltete Bilder und Videos |
| Veo 3 und 3.1 | Video-Erstellung | Video-Erstellung |
| Sora | Video-Erstellung | Video-Erstellung |
| Canva | Grafik-Erstellung, Grafik-Animierung, Bild-Erstellung, Bildgrössen-Änderung, Code-Erstellung, Texterstellung, Übersetzungen | Grafik-Erstellung, Grafik-Animierung |
| ElevenLabs | Vorlesen von Texten | Vertonung von Videos |
| DeepL Write | Text-Korrektur, Stil-Änderung | Stil-Änderung |
| Suno | Musik-Erstellung | Lieder oder musikalische Untermalungen |
| DeepL | Übersetzungen | Übersetzungen etwa von Deutsch nach Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch |
| Supertext | Übersetzungen | Übersetzungen insbesondere nach Schweizerdeutsch (Zürichdeutsch, Berndeutsch) und Rätoromanisch |
Wie oben bereits erwähnt, laufen derzeit eine Vielzahl von Urheberrechtsklagen gegen verschiedene KI-Anbieter. Die deutsche Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) hat zum Beispiel gegen Suno eine Klage mit dem Vorwurf eingereicht, Suno hätte urheberrechtlich geschützte Lieder zu Trainingszwecken verwendet und würde daher sehr ähnliche Lieder auf Prompt-Anfragen ausgeben.
Man sollte sich auch genau anschauen, welche Rechte man bei der Nutzung einer KI abgibt. Im Fall von Suno überträgt man Suno zum Beispiel bei selbst hochgeladener eigenkomponierter Musik unter anderem die Rechte, diese Musik zu reproduzieren, zu verändern, zu verbreiten und noch einiges mehr.
Neben den genannten KI-Tools gibt es noch zahlreiche weitere KI-Tools, bis hin zu KI-Agenten, die autonom funktionieren und selbstständig Ziele verfolgen, etwa bestimmte Themen recherchieren, Termine planen, Qualitätsstandards prüfen oder Einkäufe tätigen. KI-Agenten müssen nicht durch ständige menschliche Anweisung gesteuert werden.
Im Schul-Unterricht sollten die Schüler auf jeden Fall das Erstellen von Texten, Bildern, Grafiken und Videos sowie die Recherche und Dokumenten-Analyse mit Hilfe von gängigen KI-Tools erlernen. Denn all diese Fähigkeiten können zum einen während der weiteren Ausbildung relevant werden, etwa wenn man Präsentationen oder eine wissenschaftliche Abschlussarbeit anfertigen muss.
Ausserdem wird KI bereits in vielen Berufen genutzt, insbesondere um die Produktivität zu steigern, etwa für das Verfassen von Geschäfts-, Behörden- und Kunden-Korrespondenzen, für Übersetzungen oder für die Recherche in unternehmensinternen Datenbanken. Anwälte nutzen KI zum Beispiel zur Analyse von grossen Datenmengen. Und in kreativen Berufen wie etwa Werbeagenturen werden mittlerweile Texte, Bilder, Grafiken und Videos durch KI erstellt, die früher von Menschen hergestellt wurden. Aber selbst Berufe wie Lehrer erstellen Inhalte mittlerweile mit KI-Tools, wie wir gesehen haben.
Prompten will gelernt sein
Die Frage bzw. den Befehl, den man in ein KI-Tool wie etwa einen Textgenerator, Bildgenerator oder Videogenerator eingibt, nennt man «Prompt».
Es gibt verschiedene Herangehensweisen beim Prompten - auch Prompting genannt. Man kann zum Beispiel mit einem einfachen Befehl durch einen kurzen Satz beginnen. Ist man mit der Antwort der KI nicht zufrieden, kann man in einem nächsten Prompt zum Beispiel durch die Angabe von präziseren und/oder differenzierteren Angaben versuchen, das Ergebnis der KI zu verbessern, wenn die KI einen Chat-Modus hat. Und das wiederholt man, bis man mit der Antwort der KI zufrieden ist.
Ein Chat-Modus ist eine grosse Vereinfachung beim Prompten. Auch KI-Bildgeneratoren wie etwa derjenige von RunwayML haben einen solchen Chat-Modus mittlerweile. Im Chat-Modus kann man sich stückchenweise an das gewünschte Ergebnis heranarbeiten, indem man die Zwischenergebnisse des Bildgenerators durch neue Prompts im Chatverlauf immer weiter korrigiert, bis man mit dem generierten Bild zufrieden ist.
Da KI-Modelle Probleme damit haben, den Kontext einer Frage zu erkennen, sollte man sie aber schon beim ersten Prompt mit so vielen Details füttern wie möglich, bevor man die eigentliche Frage bzw. Anweisung formuliert. Beim Prompten gilt denn auch die Regel: «Je präziser die Eingabe, desto spezifischer und treffsicherer das Ergebnis», wie es auf der ILIAS - Lernplattform der PH Zürich heisst.
Idealerweise macht man also einen sogenannten strukturierten Prompt, auch Mega-Prompt genannt, der mehrere Befehle an die KI in einem Prompt richtet wie etwa:
- Aufgabe:
- Kontext:
- Stil:
- Text-Länge:
- Rollenbeschreibung der KI:
- Zielgruppe:
- Text-Struktur:
- Sprache:
Es ist auch ratsam, bei den KI-Modellen «benutzerdefinierte Anweisungen» zu hinterlegen (bei ChatGPT «Custom Instructions» genannt), die für alle Prompts gelten, um genauere Antworten zu erhalten, etwa die Anweisung: «Bitte mich um eine Klarstellung bevor du antwortest, wenn einer meiner Prompts nicht deutlich genug ist.»
Bei Bild-Generatoren wei Midjourney kann man zum Beispiel durch das Anlegen von Codes weitere Bilder einer Serie in dem gleichen Stil erstellen wie das zuerst erstellte Bild.
Überprüfung der von der KI ausgegebenen Informationen lernen
Die Antworten bzw. Ausgaben der KI-Tools sollte man stets auf Fehler überprüfen, da KIs häufig falsche Informationen liefern.
Bei Texten sollte man darauf achten, ob die Informationen plausibel sind. Ausserdem sollte man darauf achten, ob die Quellenangaben stimmen. Hat man Zweifel an dem Ergebnis, welches die KI geliefert hat, sollte man die betreffenden Informationen durch eine Google-Recherche beseitigen und/oder bei Wikipedia nachschlagen.
Bei Bildern und Videos, die von einer KI generiert wurden, sollte man zum Beispiel darauf achten, ob die Proportionen der Personen und Gegenstände stimmen. Auch sollte man darauf achten, ob die Details korrekt dargestellt werden, etwa die richtige Anzahl Finger bei einem Menschen oder bei einem LKW die richtige Anzahl der Räder.
Lernen mit KI-Tools
Mittlerweile gibt es auch zahlreiche KI-Tools, die speziell für das Lernen entwickelt wurden.
Von dem KI-Schreibtutor FelloFish erhalten Schüler zum Beispiel Feedback zu ihren Texten, etwa in Bezug auf Inhalt und Struktur des Textes, und zwar nach den Vorgaben der Lehrkraft. Auch die Rechtschreib- und Grammatik-Prüfung ist Teil des Feedbacks.
Allgemeine KI-Tools, wie DeepL Write, werden an Schulen ebenfalls zum Teil als KI-Lern-Tool eingesetzt, damit die Schüler alternative Formulierungen und stilistische Verbesserungen lernen.
Eine grosse Hoffnung wird bei KI-Tools im schulischen Bereich in das personalisierte Lernen gelegt, bei dem sich das KI-Tool an das Leistungs-Niveau des jeweiligen Schülers anpasst. Auch die sofortige Rückmeldung bei einer Leistungs-Überprüfung durch KI wird als Vorteil betrachtet, insbesondere da diese sanktionsfrei erfolgt, denn eine KI ärgert sich nicht über den Fehler des Schülers.
Man müsse aber darauf achten, dass die Schüler bestimmte Grundkompetenzen nicht verlernen, nur weil die KI bestimmte Aufgaben selbst erledigen kann. Das ganze Potential von KI-Tools kann man zum Beispiel nur ausschöpfen, wenn man selbst gut lesen und gut schreiben kann. Denn gutes Lesen und Schreiben ist für ein erfolgreiches Prompting unabkömmlich.
Prof. Dr. Marc Eyer, Institutsleiter vom Institut Sekundarstufe II an der Pädagogischen Hochschule Bern, warnt aber, dass man nocht nicht wisse, ob KI wirklich die Lernprozesse fördere. Es könne nämlich auch sein, dass die Arbeit mit KI-Tools nur das Gefühl vermittle, man würde etwas lernen; dann wäre die KI nur Beschäftigung.
Auch warnt Eyer vor internationalen Tech-Konzernen, die ständig neue KI-Tools für den Schulunterricht entwickeln würden. Denn das Ziel hinter diesen KI-Tools sei nicht Bildung, sondern Einsatzzeit, Datengewinn und Umsatz. Diesen KI-Tools ginge es um Effizienzsteigerung und die Vermeidung von Anstrengung. Bildung habe aber immer mit Anstrengung zu tun, sagt Dr. Wolfgang Spahn, der zusammen mit Eyer den Einsatz von KI-Tools in der Schule untersucht.
Unterrichten mit KI-Tools
Es gibt auch bereits einige Berichte von Lehrern in der Schweiz, die KI-Tools für die Unterrichtsvorbereitung nutzen, etwa durch Nutzung von ChatGPT im Fach Deutsch Texte mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen erstellen, um schwachen Schülern Texte in leicht-verständlicher Sprache zum Üben zu geben und starken Schülern schwerer verständliche Texte.
Mit dem KI-Tool ElevenLabs erstellen Lehrer für Schüler teilweise Audiodateien in einer Fremdsprache zum Anhören und Nachsprechen, wobei ElevenLabs verschiedene Dialekte ausgeben kann und unterschiedliche Sprechgeschwindigkeiten.
Aber es gibt noch weitere Einsatzmöglichkeiten von KI bei der Unterrichtsvorbereitung, darunter die folgenden:
- Erstellung von Arbeitsblättern inklusive Bildern und Grafiken
- Erstellung von Erklärfilmen
- Erstellung von barrierefreiem Unterrichtsmaterial (etwa Audio-Texte zur Beschreibung von Bildern für Schüler mit einer Beeinträchtigung des Sehvermögens)
Beurteilung mit KI-Tools
Wie das Volksschulamt vom Kanton Zürich selbst auf seiner Webseite schreibt, könne Künstliche Intelligenz die Lehrpersonen auch bei der Beurteilung der Schüler unterstützen. Der Kanton Zürich gibt dazu Hilfestellungen und Empfehlungen.
Verwalten mit KI-Tools
Auch für Verwaltungsaufgaben können KI-Tools in der Schule als Unterstützung dienen, unter anderem in den folgenden Bereichen:
- Elternkommunikation: etwa KI-generierte Einladungen zu Elternabenden und Elternbriefe in verschiedenen Sprachen
- Stundenplanung
- datenschutzkonforme Transkription von Sitzungen, Elterngesprächen, Konferenzen
KI im Schul-Unterricht: Vor- und Nachteile
Aber zurück zu unserer eigentlichen Frage, ob KI in der Schule unterrichtet werden sollte. Welche Vorteile und Nachteile würde KI-Unterricht in der Schule mit sich bringen?
Vorteile von Künstlicher Intelligenz in der Schule
Zu den Vorteilen von Künstlicher Intelligenz im Schul-Unterricht zählen die folgenden:
- Beherrschen von KI-Tools muss erlernt werden
- Ausbildungsvorbereitung (Lehre, Hochschulen), da etwa an Unis schon heute KI-Kenntnisse erwünscht sind
- Berufsvorbereitung, da KI-Tools bereits in einer Vielzahl von Berufen zum Einsatz kommen
- Möglichkeit personalisierten Lernens
- inklusive Anwendungen
Nachteile von Künstlicher Intelligenz in der Schule
Zu den Nachteilen von Künstlicher Intelligenz im Schul-Unterricht zählen die folgenden:
- Gefahr von Motivationsverlusten etwa durch Entmutigung der Schüler hinsichtlich eigener Problemlösungs-Kompetenzen und durch Unterlegenheitsgefühle
- Gefahr von Motivationsfallen, weil Schüler keinen Sinn mehr darin erkennen, etwas zu lernen, was die KI erledigen kann (etwa Fremdsprachen lernen)
- Gefahr mangels Wissenlernens die damit verbundenen weiteren Kompetenzen nicht zu erlernen wie Durchhaltewillen, Stresstoleranz und Pflichtbewusstsein
- Datenschutzverstösse wegen der unbefugten Verwendung von personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit KI
- soziale und emotionale Interaktion etwa über Mimik und Gestik ist wichtig, damit Kinder Teamfähigkeit, Konfliktlösung und Empathie lernen, was durch KI verloren ginge
Fazit
Die Künstliche Intelligenz ist längst in der Schule angekommen, bei Schülern, Lehrern, Verwaltung und teilweise auch bereits als Unterrichtsstoff. Und: In Zukunft werden KI-Tools in digitalen Anwendungen eine immer grössere Rolle spielen und in immer mehr Berufen Verwendung finden. Die Frage ist also nicht mehr, ob die Schule KI unterrichten sollte, sondern in welcher Form, also als eigenes Unterrichtsfach oder jeweils in den bestehenden Unterrichtsfächern als fächerspezifische Teil-Lektion?
Zwar gibt es mit dem Lehrplan 21 bereits ein Unterrichtsfach «Medien und Informatik», das im Kanton Zürich in der 5. und 6. Primarklasse sowie der 1. und 3. Sekundarklasse mit einer Wochenstunde unterrichtet wird. Da der Bereich «Künstliche Intelligenz» im Zürcher Lehrplan beim Modul «Medien und Informatik» aber gar keine Erwähnung findet, wäre der Lehrplan entsprechend zu erweitern.
Statt eines eigenen Faches «Künstliche Intelligenz» könnte man den Bereich KI also einfach in das Modul «Medien und Informatik» aufnehmen. Angesichts der Komplexität und Vielfältigkeit von KI-Tools und dem KI-Thema an und für sich, wäre zu ermitteln, ob man die Wochenstunden dann erhöht, also z.B. ein erweitertes Modul «Medien, Informatik und KI» mit 2 Wochenstunden unterrichtet. Zusätzlich sollten KI-Tools in den jeweiligen Fächern Deutsch, Mathematik, etc. als Teil-Lektion für die fächerspezifische Anwendung unterrichtet werden.
Für das Beherrschen von gängigen KI-Tools im Bereich Text-, Bild- und Video-Erstellung sowie Recherche muss eines der zentralen Lernziele beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz sein, dass die Schüler lernen, richtig zu prompten. Gleichzeitig müssen die Schüler lernen, dass man die Antworten bzw. Ergebnisse der KI immer kritisch zu hinterfragen hat, ob es sich um eine korrekte oder fehlerhafte Information handelt, die die KI ausgibt. Zweifel sollte man etwa durch eine Google-Recherche und/oder einen Abgleich mit Informationen von Wikipedia beseitigen, wobei selbst bei Wikipedia mittlerweile zumindest teilweise KI-generierte Artikel entdeckt wurden - also auch dort heisst es, wachsam zu sein. Wenn man gar keine Expertise in einem Bereich hat, sollte man gemäss dem Entscheidungsmodell von Aleksandr Tiulkanov vom Einsatz der KI ablassen.
Ausserdem müssen die Schüler lernen, dass nicht alles schneller mit der KI erledigt werden kann, wenn man für das Überprüfen der KI-Antwort genauso lange oder länger benötigt, wie für das eigenständige Recherchieren und Erstellen des gewünschten Inhalts und/oder das Prompten im konkreten Fall zu zeitaufwendig ist, weil der Prompt zu ausführlich sein müsste oder zu viele Prompts erstellt werden müssten.
Aber birgt das immer stärkere Vordringen der KI in den schulischen Bereich nicht die Gefahr, dass Lehrpersonen irgendwann von Künstlicher Intelligenz ersetzt werden? Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH sieht hier keine Gefahr und ist der Meinung, dass menschliche Lehrpersonen nicht von KI ersetzt werden. Der LCH führt zehn Argumente für diese These auf, darunter die Vorbildfunktion des Lehrers, die emotionale Intelligenz, die Komplexität von Lehr- und Lernprozessen, das Lernen als sozialer Vorgang, die Datenqualität, die Kreativität und die Vielfalt des menschlichen Denkens.
Angesichts der rasanten Fortschritte bei den KI-Tools ist es wichtig, die Schüler an den Schulen stets in den neuesten KI-Tools zu unterrichten. Da diese KI-Tools aber häufig kostenpflichtig sind, müssen die Schulen eine KI-Strategie entwickeln, stets die Lizenzen für diejenigen KI-Tools zu erwerben, die gerade am relevantesten sind.
Hier liegt auch die Gefahr für die Chancengleichheit in der KI-Bildung, wenn die Schulen den Schülern keinen Zugang zu den relevantesten kostenpflichtigen KI-Tools gewähren. Schüler aus wohlhabenden Familien könnten einen Vorteil haben, wenn sie zu Hause oder auf dem eigenen Smartphone Zugang zu den relevantesten kostenpflichtigen KI-Tools haben, während Schüler aus ärmeren Familien vom Umgang mit diesen KI-Tools ausgeschlossen werden, weil die Eltern diese KI-Tools nicht finanzieren.
Die Beherrschung von KI-Tools wird nicht nur während der Ausbildung in Schule, Lehre und Hochschule darüber entscheiden, wie gut man in der Ausbildung abschliesst und in vielen bestehenden Berufen, wie produktiv man arbeitet. Es werden aller Voraussicht nach auch ganz neue Berufe im Bereich Künstliche Intelligenz entstehen, für die es von grossem Vorteil ist, wenn man bereits in der Schule frühzeitig in Künstlicher Intelligenz und KI-Tools unterrichtet wurde.
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Quellen
- Gymivorbereitung Zürich - Gymikurse für jeden Bedarf (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- A proposal for the dartmouth summer research project on artificial intelligence (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Künstliche Intelligenz, Praktische Hinweise für die Nutzung von KI im Unterricht (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- KI-Experte Marcus: Was ChatGPT produziert, ist autoritativer Bullshit (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Wikipedia-Eintrag über Gary Marcus (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- ICT-Coach - Künstliche Intelligenz (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Category: Map of AI copyright lawsuits (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Erstes KI-Grundsatzurteil in Europa: GEMA setzt sich gegen OpenAI durch (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- The paradox of creativity in generative AI: high performance, human-like bias, and limited differential evaluation (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Fast jede zweite KI-Antwort ist fehlerhaft (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Website von Aleksandr Tiulkanov (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Beitrag von Aleksandr Tiulkanov auf Linkedin (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Marcel Waldvogel: Ist ChatGPT für Ihre Anwendung ungefährlich? (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
- Künstliche Intelligenz in der Schule, Eine Handreichung zum Stand in Wissenschaft und Praxis (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
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- Interview mit Bildungsforscher, Herr Professor, wann werden Sie durch KI ersetzt? «Ich rette mich vorher in die Pensionierung» (zuletzt aufgerufen: 5.1.2026)
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Neue Berufsmaturitätsverordnung 2026: wichtigste Änderungen
Ab 1. März 2026 gilt neue Berufsmaturitätsverordnung 2026, deren wichtigste Änderungen wir vorstellen; auch ihr Entstehen aus dem Projekt Berufsmaturität 2030.
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Kanton Zürich führt Kurzgymnasium an allen Langgymnasien ein
Alle Zürcher Langgymnasien ab Schuljahr 2029/2030 auch mit Kurzgymnasium: Rämibühl Literargymnasium und Realgymnasium, Hohe Promenade, Kantonsschule Rychenberg.




